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THEY MIGHT BE GIANTS - Nanobots

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Artist THEY MIGHT BE GIANTS
Title Nanobots
Homepage THEY MIGHT BE GIANTS
Label LOJINX
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Man möchte gar nicht glauben, dass „Nanobots“ schon das sechzehnte Studioalbum ist, das John Flansburgh und John Linnell veröffentlicht haben. Ebenso unglaublich scheint es, dass seit ihrem ersten großen Erfolg „Flood“ schon über zwanzig Jahre vergangen sind. War „Birdhouse In My Soul“ nicht gerade erst gestern? Die eigenwilligen Stimmen der beiden Johns haben sich jedenfalls kein Stück verändert und klingen noch immer so verspielt und unbeschwert wie anno 1990 auf ihrem Albumerfolg „Flood“.

Die Liebe zu skurrilen Themen, Wortspielen und Experimenten mit Sounds und Instrumenten ist THEY MIGHT BE GIANTS ebenfalls geblieben. „Everywhere around this burg, they’re running out of verbs, adverbs and adjectives – everywhere around this town, they’re running out of nouns“, reimen die GIANTS im gerade mal siebzehn Sekunden langen Popjuwel „Nouns“ und hauen dieses kurze Stück mit einer Melodie raus, die im Ohr bleibt wie ein Dreiminutenpopsong. Dass sie so verschwenderisch mit diesen genialen Melodieeinfällen umgehen, gibt „Nanobots“ dieses bestechende Gefühl von Leichtigkeit und Mühelosigkeit und Spaß, als wäre im Studio keinerlei Schweiß und Überlegung in die Arbeit eingeflossen. Dabei sind die Songstrukturen auf diesem Album eigentlich verdammt kompliziert und aufwändig. Das Großartige an „Nanobots“ ist, das man das überhaupt nicht merkt, wenn man nicht gerade bewusst drauf achtet.

Natürlich gibt es, wie sich das für ein GIANTS-Album gehört, auch richtige, „echte“ Dreiminutenpopsongs in bester versponnener Indiepopmanier, wie „Black Ops“ oder „Stone Cold Coup d’Etat“, das mit seinem hymnischen Refrain und den lockeren Strophen von Mordgedanken an der Familientafel erzählt, und mit „Sometimes A Lonely Way“ haben die GIANTS eine wunderbar berührende und in ihrer reduzierten Art herrlich kitschfreie Ballade aufgenommen. Der Großteil von „Nanobots“ ist musikalisch jedoch weniger gefällig. Die Geschichte vom Insektenkrankenhaus und der Befreiung seiner Insassen mündet in ein krachiges, beinahe Hendrix-mäßiges Gitarrensolo und wird gefolgt von einer elfsekündigen Monty-Python-Hommage; es gibt Lounge-Musik und sperrige Experimentalsongs wie die „Darlings Of Lumberland“, bei denen die GIANTS schräge Bläser mit elektronischen Minimalrhythmen kombinieren. Keiner der 25 Songs gleicht auch nur ansatzweise dem anderen, und trotzdem klingt das Album wie aus einem Guss, augenzwinkernd intelligent, gefühlvoll und keinen Augenblick auch nur ansatzweise langweilig.

Es ist eine reife Leistung, sich über all die Jahre im Haifischbecken Musikbusiness die Unbeschwertheit und Spontaneität zu bewahren, die „Nanobots“ in jeder Sekunde atmet. Die GIANTS mögen älter geworden sein, aber glücklicherweise kein bisschen weiser, und es ist schön zu wissen, dass sie sich ihren anarchistischen Witz immer noch perfekt erhalten haben. Keine Frage, Jungs, ihr gehört ganz klar zu den Guten.

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