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THIS EMPTY FLOW - The Album

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Artist THIS EMPTY FLOW
Title The Album
Homepage THIS EMPTY FLOW
Label EIBON RECORDS
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Dieses Eibon-Release besitzt eine lange, seitenfüllende Geschichte. Fassen wir das Wesentliche zusammen: THIS EMPTY FLOW wird 1994 in Turku (Finnland) von Jori Sjöroos und Niko Sirkiä gegründet, später wächst man durch Aku-Tuomas Mattila zum Trio heran. Mit nur einem Demo ergattert man einen Deal beim italienischen Label Avantgarde, wo man 1996 das Album „Magenta Skycode“ veröffentlichen kann. Ein paar wenige Live-Auftritte schließen sich an, aber als man das eine oder andere Stück für eine potentielle Nachfolgerscheibe aufnimmt, wird deutlich, dass die Plattenfirma (unverständlicherweise) kein wirkliches Interesse mehr hat. So lösen sich TEF bereits 1997 wieder auf, ohne dass sie in Insiderkreisen je vergessen wurden. Dazu trugen auch einige posthume Silberlinge bei, die Demos, Rares, etc. enthielten. So etwa „Nowafter“ aus dem Jahre 2001, erschienen bei Eibon, welche nun auch wieder mit von der Partie sind. 2 CDs, über 100 Minuten Musik und ein gediegenes Artwort, das sind die offensichtlichen Parameter. Teil 1 enthält das remasterte „Magenta Skycode“-Werk, Teil 2 Unveröffentliches, inkl. Remixe und Arbeitsversionen.

Mir persönlich ist das Original aus den 90ern unbekannt, von daher kann ich nichts zu etwaigen Unterschieden berichten. Es wird aber schnell deutlich, dass der Klang trotz Überarbeitung mit zeitgemäßen Produktionen nicht mithalten kann, viel zu drucklos und leise ist die Musik abgemischt. Passt aber andererseits auch gut zum Sound der Skandinavier, der mithin sehr 80er beeinflusst ist. Namen wie JOY DIVISION oder THE CURE kommen einem bei dieser Mischung aus Dark Wave und sanftem Rock in den Sinn, Melancholie pur im endlosen Polarlicht. Insofern ist Eibon natürlich die perfekte Heimat für diese VÖ, da man mit CANAAN oder THE FROZEN AUTUMN aktuelle Vertreter dieses Genres sein eigen nennt. Ein melancholisch schleppender Song wie „Stream“, der sich wirklich wie ein endloser Strom aus verhallter Lautmalerei durch den Äther schleicht und dabei von dezenten Pianotupfern unterstützt wird, passt bestens zur „gloomy athmosphere“, die in weiten Teilen Finnlands anzutreffen ist. Joris eigenwillig-kühler Gesang tut sein übriges hinzu, gleichzeitig Distanz und Nähe zu schaffen. Elektronische Spielereien oder beispielsweise auch eine Maultrommel („Towards Distant“) durchbrechen die repetetiven Parts dann und wann zugunsten eines unerwarteten Lichtstrahls. CD 2 bietet noch mal 11 Lieder auf, von denen es sich bei dreien um modifizierte Versionen der Originale handelt (2 mal „Distress“, 1 mal „But I am (still)“).

Aus THIS EMPTY FLOW hätte bei vernünftiger Vermarktung ein richtiger kleiner Stern am Gothic/ Indie-Himmel werden können, leider wurde das Potential wohl nicht erkannt. Nun bekommt jeder „Leidensinteressierte“ noch einmal die Chance, das Trio zu entdecken, ein schöner Gegensatz zur aktuellen Hochwetterlage. Die Gründungsmitglieder sind heute noch sehr aktiv im Underground, Herr Sjörjoos hat sogar 2006 noch eine Scheibe unter dem Künstlernamen MAGENTA SKYCODE herausgebracht („IIIII“ bei Solina Records), insofern scheint ihn seine Vergangenheit nicht loszulassen. „File under good music“ steht auf Eibons Homepage geschrieben… dem ist aber auch gar nichts hinzuzufügen.

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