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TIAMAT - Prey

VN:F [1.9.22_1171]
Artist TIAMAT
Title Prey
Homepage TIAMAT
Label Century Media
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

Mit TIAMAT und Anathema veröffentlichen dieser Tage gleich zwei Koryphäen auf dem Sektor der stark von Emotionen geprägten düsteren Rockmusik neue Werke. Nach intensiver Einverleibung des Dargebotenen kann festgestellt werden, dass bei beiden Scheiben großes Potential besteht, um zukünftig vielleicht den Titel „Meisterwerk“ tragen zu können. In dieser Hinsicht steht uns allen also wahrlich ein goldener Herbst bevor. Im Falle von TIAMAT ist es für mich persönlich ohnehin meist so gewesen, dass deren Alben im Wust der Veröffentlichungen hervorragen konnten. Das liegt einzig und allein daran, dass Johan Edlund und seine Weggefährten in schöner Regelmäßigkeit ihr Händchen für Atmosphäre, Melodie sowie Vielseitigkeit, unterlegt mit Rock-Basics und kombiniert durch starkes Songwriting, unter Beweis stellen. Daran hat sich auch auf dem mittlerweile achten Full-Length Studio-Album nichts geändert.

Die dreizehn Stücke (alles andere als ein böses Omen!) leben von ihrer Ausstrahlung. Ihnen haftet eine Abgeklärtheit und Coolness an, die das Hören einerseits unbeschwerlich macht, andererseits aber immer wieder nach mehr, sprich einem erneuten Durchlauf der CD, verlangt, ohne dabei an Spannung zu verlieren. Man könnte es sich einfach machen und davon sprechen, dass hier die besten Momente der eigenen Vergangenheit vereint werden, aber zugleich findet ein stetiger Prozess der Verfeinerung und Fortentwicklung statt. Neue Wege werden erforscht, das Quartett nimmt sich die Freiheit, auch mal abzudriften, allerdings ohne sich zu sehr darin zu verlieren, und Stimmungen werden transportiert, bei denen man die eingebrachten persönlichen Eindrücke und Regungen glaubhaft spürt. Licht und Dunkelheit umhüllen gemeinsam das Klangbild und viele der Tracks werden von einer gewissen magischen Wirkung bestimmt.

Inhaltlich setzt man die Tradition der religiösen Thematik mit Titeln wie „Prey“, „Cain“, „Clovenhoof“ oder „The Pentagram“ fort. Letzterer geht aus einem Gedicht von Aleister Crowley hervor, dessen Verwendung man sich speziell vom Ordo Templi Orientes genehmigen ließ. Im Opener „Cain“ – der zugleich als Vorab-Single inklusive eines exklusiven Stückes, dem W.A.S.P.-Cover „Sleeping (in the fire)“, ausgekoppelt wurde – stellt Johan Edlund die Frage „If I go, will you follow?“. Und meine Antwort hierauf ist in musikalischer Hinsicht ein eindeutiges „Ja“, denn bislang bin ich von TIAMAT nicht enttäuscht worden. Und ich bin mir fast sicher, dass es auch zukünftig dabei bleibt!

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