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TIBURSKY - Not Quite Bohemian

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Artist TIBURSKY
Title N
Homepage TIBURSKY
Label KITCHEN RECORDS
Leserbewertung
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7.6/10 (13 Bewertungen)

Meine Recherche-Bemühungen hinsichtlich der Berliner Band TIBURSKY gestalteten sich doch einigermaßen schwierig. Auskunft gab im Grunde nur die Myspace-Seite, die bei mir allerdings auch gleich Verwirrung stiftete, ob es sich hier nun um eine One-Man-Show handelt oder doch ein Projekt mehrerer Musiker den Namen TIBURSKY trägt. Vermutlich haben wir es hier zu 99 % mit dem Output von Johannes Tibursky zu tun, der immerhin für die Musik verantwortlich zeichnet, einen erheblichen Teil der Texte geschrieben, die meisten Instrumente eingespielt und natürlich seine Mucke selbst produziert hat – wozu hat man schließlich ein eigenes Studio und Label?

Übrigens liefert Kitchen Records überwiegend Musikproduktionen für Film, Werbung und Events, möglicherweise war auch der Opener „Peel“ ursprünglich eine Auftragsarbeit, zumindest diente der Song im Sommer der musikalischen Untermalung einer Werbekampagne eines Online-Reisebüros. Auf jeden Fall ist „Peel“ jedoch viel zu schön, um lediglich Kaufanreize für Pauschalurlaube zu generieren und wenig später in Vergessenheit zu geraten. Dafür, dass eben dies nicht geschieht, sorgt Herr TIBURSKY höchstpersönlich mit seinen fragilen Kompositionen und seiner einprägsamen Stimme, die mich an DAVID BOWIE denken lässt. Der Titeltrack „Not Quite Bohemian“ ist weiterhin in melancholischen Gefilden zu Hause, auch wenn das Tempo recht beschwingt daherkommt. Mit „Travel“ geht’s im Herzschlag-Rhythmus weiter, ehe man sich „In The Middle of Nowhere“ wieder findet. Die coole Nummer stünde auch einem NICK CAVE bestens zu Gesicht und wahrscheinlich hätte der auch nichts gegen das treibende „Plastic Jesus“, mit dem sich TIBURSKY gegen falsche Propheten wendet. „The Dark Side“ und „Nicotine“ werden von ruhigen Klavierakkorden eröffnet und bleiben mit viel Gefühl auf einem ähnlichen Level, während „Closer“ und „Keep On Rocking“ erneut einen Zahl zulegen. Beim letztgenannten Stück blitzt ganz kurz CHRIS DE BURGHs „High On Emotion“ durch, wenngleich die Umsetzung bei TIBURSKY deutlich dunkler und gefühlsbetonter ausgefallen ist. Beim finalen „Once Again“ sind ebenfalls große Emotionen im Spiel, die einmal mehr durch das herbe Timbre des Vortragenden und ein Piano gekonnt transportiert werden.

Bei der BBC hat man TIBURSKY bereits vor zwei Jahren entdeckt und spielt die Songs rauf und runter. Wollen wir hoffen, dass auch die deutschen Radiostationen das Potenzial des Berliners erkennen und „Not Quite Bohemian“ in ihr Programm aufnehmen. Vielleicht kann sich Mastermind Johannes dann auch entschließen, seine Songs live vorzustellen, noch gibt es nämlich keine konkreten Pläne für eine Tour. Leider!

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