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TILES - Fly Paper

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Artist TILES
Title Fly Paper
Homepage TILES
Label INSIDE OUT
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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„Frohes Neues“ denkt man sich und möchte dem Jahr mit frischem, neuem Mut entgegengehen. Alte und schlechte Gewohnheiten lässt man hinter sich (Rauchen, Faulheit, Alkohol, etc), um mit vollem Elan die erste Rezension des Jahres 2008 zu verfassen. Es hätte wirklich schlimmer kommen können, aber man weiß auch, dass aus dem Hause Inside Out immer Scheiben kommen, die man nicht nur einmal hören kann, um etwas Vernünftiges zu schreiben! Nein: Dort ist meistens Anspruch angesagt und oftmals Kunst für die eingeschworene Progressive Rock Gemeinde, zu der ich mich bedingt zähle, denn letztendlich will man möglichst wertfrei an ein Werk gehen und das fordert auch einiges an Zeit mit mindestens 4 Rotationen. Gesagt getan und sogleich auch schon wieder belehrt. TILES ist eine Band, die seit 1993 existiert und von der ich – zu meinem Bedauern – bis dato nichts gehört habe, was aber daran liegen kann , dass die Werke der Detroiter Band auf dieser Seite des großen Teichs zu wenig beachtet wurden. Es ist ein Irrglaube, dem ich immer wieder erliege, dass Progressive Rock ein europäisches Ding ist, denn längst ist dieser weltweit angesiedelt und fährt in den US of A mit SPOCK’S BEARD und DREAM THEATER Galionsfiguren dieses Stiles auf.

Auch TILES können mit diesen Grossen mitspielen, was nicht zuletzt die Wahl des Toningineurs Terry Brown beweist, der bereits frühere Alben mischte und nebenbei so „unbedeutende“ Bands wie RUSH produziert hat. Chris Herin, Mastermind und Sänger der Formation erläutert äußerst eindrucksvoll, dass man einen organischen Sound anstrebt, welcher zwar durchaus Hochglanz aber auch Fassbarkeit darstellt, ähnlich wie dies Brown schon mit RUSH realisierte. Und tatsächlich, all das, was so akribisch im Promo Info dargestellt wird, kann auf dem Album „Fly Paper“ auch gehört werden. Überaus unaufdringlich, jedoch einprägsam gestaltet sich der Opener „Hide and Seek“, mit einer erdigen, ja wie vorher beschrieben, organischen Gitarre in Sound und Spielweise. “Sacred and Mundane“ hingegen platzt wie eine zu aufdringlich geschminkte Sexbombe durch die Boxen. Volles Instrumentarium füllt die ersten Takte und reißt schwarze Löcher in Raum und Zeit, welche durch Gitarren und Schlagzeugspielweise wieder gefüllt werden, dem Kontinuum zu Diensten. Dabei handelt es sich bei dem Konzept des „Fly Paper“ nicht um irgendwelche Mysterien, sondern es geht um menschliche Verwundbarkeit, Bedrohung und das emotionale Spektrum von Erfahrungen im Miteinander. Besonders treffend ist das Cover, das einen Papierflieger über New York zeigt, was als Manifest zur kritischen Auseinandersetzung mit der latenten Gefahr zu verstehen ist. Sicherlich vielschichtig und poetisch, aber immer 9/11 im Hinterkopf. TILES erspielen sich die konträren Sichtweisen mit jedem Durchlauf des Albums, egal ob ein Titel als relativ gestauchter 4 Minüter daher rockt („Landscape“) oder vertraut, erdig und akustisch überzeugt, siehe „Crowded Emptiness“. Doch auch jenseits der 6 Minuten ist genügend Platz für Tsunami-Songwriting. Mit einigen Gastmusikern bestückt (u.a. ALANNAH MILES) reist man zielsicher Richtung Hafen und baut wie schon zu Zeiten Mussorgskys Kaskaden mit Stimmungen der Musik auf, sei es mittels Konzeptlänge oder ganzen Szenarien à la „Dragons, Dreams & Daring Deeds“ .

Dies Album lässt nicht viele Wünsche offen, aber trotzdem Kritik zu, denn in Herangehensweise und Ausführung ist man Größen wie eben SPOCK’S BEARD, als die noch einen Neal Morse hatten, sehr ähnlich. Vielleicht ist dies aber eben nur der „State of the Art“ des American Progs. Egal wie man es dreht und endet, ist „Fly Paper“ kein leichtes Album, das aber trotzdem gehört werden will und in Deutschland seine Supporter finden wird.

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