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TINA DICO - Where Do You Go To Disappear?

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Artist TINA DICO
Title Where Do You Go To Disappear?
Homepage TINA DICO
Label FINEST GRAMOPHONE/ INDIGO
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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3.5/10 (11 Bewertungen)

Als TINA DICO vor kurzem nach Island zog, hatte sie nach eigenem Bekunden ein wenig Angst davor, wie sich der Ortswechsel auf ihre Musik auswirken würde: Die Nordmeerinsel ist schließlich dafür berüchtigt, reichlich schräge Acts hervorzubringen, während DICOs bisherige Alben eher dem klassischen Singer-Songwriting verhaftet waren.

Ein wenig hat sich ihr Sound tatsächlich geändert: TINA DICO ist elektronischer, streckenweise auch gefälliger geworden. Island spiegelt sich eher in den Texten wider, wie in „True North“, das ganz direkt auf die neue Heimat Bezug nimmt, oder in den Bergen und dem schaukelnden Boot im Titelsong „Where Do You Go To Disappear“. Und überhaupt sind es die Texte, in denen die Qualität dieser Platte liegt: DICO beherrscht die Kunst, mit schlichten Worten ungewöhnliche Blickwinkel einzunehmen und Befindlichkeiten mit unverbrauchten Bildern zu illustrieren, wie mit dem kalten Jupitermond, der zu vermieten ist („Moon To Let“).

Musikalisch dominiert ein unaufgeregtes Klavier, unterlegt von schlichten Computerrhythmen und insgesamt eher sparsam arrangiert. Songs wie das discolastige „You Wanna Teach Me To Dance“ sind eher die Ausnahme, glücklicherweise – DICOs dunkle Stimme tut sich mit dem dynamischen Refrain doch eher schwer, und auch, wenn der Titel ebenso karg instrumentiert ist wie die übrigen Songs, unterbricht er doch den ruhigen Fluss kraftvoller Nachdenklichkeit, der hier ansonsten vorherrscht. DICO ist immer dann am besten, wenn sie in aller Ruhe und Stille erzählen kann, wenn sie Zeit für die Entwicklung kraftvoller Melodien hat, wie bei „The Other Side“, das nicht mehr braucht als ihren sicheren Gesang und eine sanfte, Gitarre- und Klavierbegleitung.

Bei allen Qualitäten, die „Where Do You Go To Disappear?“ ganz zweifelsohne hat, fehlt aber doch ein bisschen der Kick. Es sind schöne Melodien, es sind gute Texte, und TINA DICO ist ganz ohne Frage eine souveräne Sängerin mit großer Stimme. Vielleicht liegt es an ihrer unterkühlten Art, dass Leidenschaft und Unberechenbarkeit hier zu kurz kommen oder sich im Textdickicht verstecken. Etwas weniger Gedanke und etwas mehr Gefühl hätten noch mehr Spaß gemacht.

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