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TINY BOYS - s/t

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Artist TINY BOYS
Title s/t
Homepage TINY BOYS
Label AF MUSIC
Leserbewertung
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3.3/10 (8 Bewertungen)

Die TINY BOYS kommen aus Schweden und haben dort bereits im vergangenen Jahr ihr selbstbetiteltes Debüt veröffentlicht. Jetzt kommt der Erstling des Vierers auch in die bundesdeutschen Plattenläden und offeriert treibenden Indie mit einer Prise düsteren Eighties-Post-Punk.

Der lässt sich mit dem schrammeligen, dezent orientalisch angehauchten Opener „Persian Punk“, den es auch schon als Vorab-Single zu hören gab, durchaus vielversprechend an und auch die musikalischen Sirenenklänge von „Battlefield“ vermögen mit ihren Dark-Wave-Gitarren zu überzeugen. Hörenswert ist zudem der Gesang der beiden Damen, die von zwei Herren am Sechssaiter bzw. hinter der Schießbude begleitet werden. Am Tieftöner agiert in Personalunion zudem die dunkelhaarige Emma Pavlovic und auch Drummer Jon Olofsson erhebt bisweilen seine Stimme. Im Wesentlichen ist jedoch Camilla Carlsson für die Vocals zuständig und tut dies mit der nötigen Inbrunst und erhält gleichzeitig die passende Unterstützung der Instrumentalfraktion, die sich ebenso kantig wie vielschichtig präsentiert. „Walk Out First“, „4:AM“ und „Black Gold“ erhalten auf diese Weise jede Menge Drive und lassen den Indie-Sound der Achtziger erkennen, der auch in Sachen Post-Punk und Dark Wave nicht leer ausgegangen ist. Insbesondere das unterkühlte „Focus“ zeigt entsprechende Wave-Anklänge und spielt mit THE-SMITHS-Gitarrenhooks, während „Gonna Get My Gun“ Dramatik zu versprühen versucht, hier jedoch nicht immer punkten kann. Diese Scharte wetzt das folgende „Sofo Vampire“ mit knackigen Rhythmen alsbald wieder aus, wenngleich mit „Steve“ noch eine weitere Nummer mit Potenzial nach oben auf dem Zettel steht. Dass sie mehr drauf haben, zeigen die TINY BOYS schließlich mit ihrem melancholischen Schlusspunkt „It’s Not My Heart“.

Am Ende schwächelt das Quartett ein wenig; über alles gesehen haben die Skandinavier aber ohne Zweifel einen Silberling abgeliefert, der nicht nur in der musikalischen Vergangenheit stochert, sondern seinen eigenen Stil mitbringt. Das Ganze klingt deshalb weder altbacken noch ausgelutscht und dass nicht jeder Song gleich der ganz große Hauptgewinn ist, lässt sich verschmerzen, weil immerhin auch keine Nieten mit von der Partie sind.

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