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TINY FINGERS - Megafauna

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Artist TINY FINGERS
Title Megafauna
Homepage TINY FINGERS
Label ANOVA MUSIC
Leserbewertung
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8.0/10 (2 Bewertungen)

Aktuell hört man zumindest in den Nachrichten wenig Gutes aus dem Nahen Osten, da macht es Mut, dass Israel zumindest in musikalischer Hinsicht aufhorchen lässt. Anlass dazu bietet die Langrille „Megafauna“ der 2008 gegründeten Rock-Psychedilia-Elektro-Kapelle TINY FINGERS. Oren Ben David (Gitarre), Tal Cohen (Drums) und Boaz Bentur (Bass) kommen alle aus derselben Gegend in Nord Israel, zu ihnen gesellte sich 2010 noch Nimrod Bar an den Tasten und schon mit dem 2011er „Massive Finger Spacetrip“ überzeugte das Quartett die heimische Presse ebenso wie die Fans. „Megafauna“ wurde bereits 2012 aufgenommen, erscheint hierzulande jedoch erst jetzt und hat durchaus das Zeug, die Combo auch in unseren Breitengeraden bekannter und beliebter zu machen.

Wie dem aufmerksamen Leser aufgefallen sein dürfte, ist keines der Bandmember für den Gesang zuständig, denn bei den TINY FINGERS findet die Energieübertragung ausschließlich instrumental statt. Das Ganze ist in seiner Komplexität zwar nicht unbedingt massentauglich, doch dem Liebhaber noisiger Klänge mit reichlich Tiefgang und Druck, werden hier gleich neun kleine Soundperlen serviert, wenn man denn großzügig Intro und Outro mitzählt. Über rund 42 Minuten entfachen die Israelis ein waberndes Soundspektakel mit metallischen Anmutungen, die sich nach den ersten flirrenden Elektro-Kaskaden knackig entladen. In diesem Sinne schließt sich auch das knarzende „Demands“ an, das es auf der Facebook-Seite der Band übrigens als Free-Download gibt. „The Reduction Wheel“ macht derweil ordentlich Tempo und auch mit „Preloader“ halten die Jungs nicht lange hinterm Berg. Es wird gegniedelt was das Zeug hält, während „Pasadena Matador“ stärker die mysteriös-psychedelische Seite bedient, die sich in „Money-Time“ krachend erleichtert. Langsam aber sicher vermisst man dann allerdings doch ein bisschen den Gesang, insbesondere, wenn die Mucke wie im Falle von „Cyclamens“ vergleichsweise gleichförmig daherkommt. „El Dorados“ bringt da wieder etwas mehr Abwechslung und Spannung ins Spiel, ehe das Outro mit einem fetten Rundumschlag den Ausputzer gibt.

TINY FINGERS werden auch mit „Megafauna“ weiterhin eher ein Nischendasein fristen, doch wer beispielsweise bei der Musik von LONG DISTANCE CALLING in Verzückung gerät, sollte auch dem Vierer aus dem Morgenland ruhig einmal sein Ohr leihen.

 

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