Band Filter

TIRED PONY - The Place We Ran From

VN:F [1.9.22_1171]
Artist TIRED PONY
Title The Place We Ran From
Homepage TIRED PONY
Label COOPERATIVE MUSIC
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Für TIRED PONY zeichnen SNOW PATROL-Sänger Gary Lightbody und R.E.M.-Gitarrist Peter Buck verantwortlich. Auf ihrem ersten gemeinsamen Album, das musikalisch an LAMBCHOP, WILCO ODER CALEXICO erinnert, sind mit Zooey Deschanel & M. Ward, Tom Smith (EDITORS), Jacknife Lee und Richard Colburn (BELLE & SEBASTIAN) auch eine illustre Schar an Gästen zu hören, die aus dem erschöpften Pony das machen, was man so gern eine Supergroup nennt. Wobei man sich schon fragen muss, wann der gute Gary während der Tour zum SNOW-PATROL-Album „A Hundred Million Suns“ noch die Zeit gefunden hat, Songs für sein Nebenprojekt TIRED PONY zu schreiben.

Wobei die SNOW-PATROL-Einflüsse auf „The Place We Ran From“ nicht zu überhören sind, was aber der Qualität der zehn Songs keinesfalls schadet. Wovor Lightbody & Konsorten weglaufen, vermag ich hingegen nicht zu sagen, aber es ist eine staubige, einsame Straße, die sie auf ihrem Weg durch amerikanisches Niemandsland beschreiten. Der Aufbruch geschieht mit „Northwestern Skies“ in aller Stille und Eindringlichkeit und auch bei „Get On The Road“, bei dem Zooey Deschanel aus Duettpartnerin von Mr. Lightbody fungiert, dominieren zunächst ruhige Klänge, ehe der Track langsam jede Menge melancholischen Druck aufbaut, der sich schließlich in den beschwingten Americana-Sounds von „Point Me At Lost Islands“ entlädt. Der Treck ist in Fahrt gekommen und gefällt nicht nur mit akustischen Gitarren sondern auch einer markigen Fiedel. Dank „Dead American Writers“ zieht der Highway geradezu am geistigen Auge des Zuhörers vorbei, ehe „Held In The Arms of Your Words“ erneut verhaltene Töne anschlägt, die auf angenehme Weise das Herz berühren. Mit „That Silver Neckface“ und „I Am A Landslide“ bleibt es gefühlvoll und wird es gleichzeitig rhythmusbetonter, bevor sich „The Deepest Ocean There Is“ tatsächlich in unergründliche Tiefen zurückzieht. Für das wunderschöne „The Good Book“ übernimmt der EDITORS-Fronter Tom Smith das Mikro, um schließlich auf der Zielgeraden wieder an Mastermind Gary Lightbody abzugeben, dessen „Pieces“ den düsteren Reigen mit einem vierminütigen Feedback-Sturm beendet.

Es ist eine Reise in die dunklen Labyrinthe der menschlichen Seele, die TIRED PONY da unternehmen. Kein Wunder, das der Gaul mit der Zeit Erschöpfungszustände zeigt. Für den Zuhörer gibt dies jedoch keinesfalls, der sollte den Trip ganz einfach genießen und sich freuen, dass die Truppe sich im Studio derart perfekt ergänzt hat, wie es auf „The Place Ran From“ zu hören ist. Ich empfehle dringend, den Daumen rauszuhalten, einzusteigen und mitzufahren.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu TIRED PONY