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TOMMY FINKE - Unkämmbar

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Artist TOMMY FINKE
Title Unkämmbar
Homepage TOMMY FINKE
Label NOTEWORKSMUSIC
Leserbewertung
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7.7/10 (55 Bewertungen)

Unkämmbar? Im letzten Herbst stellte der Bochumer TOMMY FINKE mit seiner EP noch die Frage „Kämmbar?”. Jetzt hat der 32-jährige mit seinem dritten Album offensichtlich entschieden, dass es mit der Kämmbarkeit nicht gut bestellt ist. Dabei wirkt die Musik des Mannes mit Gitarre und Mundharmonika gar nicht so strubbelig.

Denn der Opener „L <3 L“ startet mit ruhigen Lagerfeuer-Klängen (okay, ein Cello hat man meist nicht am Lagerfeuer dabei), die es auch bereits auf dem letztjährigen Fünf-Tracker zu hören gab. Seine hymnische Liebeserklärung an das Pop-Festival „Haldern“ fällt ebenso eingängig wie schwungvoll aus, während das knackige „Unrasiert und fern der Heimat“ wie ein Roadtrip mit besten Freunden und reichlich Bier klingt. Nachdem die schwermütigen Bläser verstummt sind, entwickelt sich die Single „Canossa“ zum knackigen Dancefloor-Filler. Im „Heimathafen“ angekommen, schlägt Finke mit seiner jüngsten Auskopplung erneut leisere Töne an, die im Laufe des Vortrages an Zuversicht und Tempo gewinnen. Rockig und mit vielen Fragen gespickt, schließt sich „Wer hat mich gemacht?“ an. Musikalisch irgendwo in der Nähe von MADSEN angesiedelt, könnte der Text auch von ROSENSTOLZ sein. Nachdenklich und fein instrumentiert folgt das ruhige „Sag ihnen, dass du sie liebst“ und nach den Pauken dieser Nummer ist es beim opulenten „Skeptic“ ein Piano, das in Erinnerung bleibt. Sein Markenzeichen, die Mundharmonika, bringt Tommy beim schmachtenden „Weltkrieg“ einmal mehr zum Einsatz, um am Ende seinem verstorbenen Vater Jochen G. Finke dank „Mit 17 in Hamburg“ einen musikalischen Nachruf mit viel Gefühl zu widmen. TOMMY FINKE macht Musik, die im weitesten Sinne in die Schublade Singer/Songwriter passt. CLUESO und PHILIPP POISEL sind gar nicht so weit von ihm entfernt und wer diese Herren schätzt, dürfte auch beim Kollegen Finke auf seine Kosten kommen. Folk und Indie-Pop erweitern sein Spektrum und mit „Unkämmbar“ hat er zweifellos einen schönen Rundumschlag deutschsprachiger Mucke abliefert.

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