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TOMTE - Heureka

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Artist TOMTE
Title Heureka
Homepage TOMTE
Label GRAND HOTEL VAN CLEEF
Leserbewertung
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9.0/10 (2 Bewertungen)

Endlich ist es da! Das neue TOMTE-Album! Wie viele Indie-Mädels werden auf diesen Tag gewartet haben? Ist ja immerhin auch schon zwei Jahre her, seit Longplayer No. 4 „Buchstaben über der Stadt“ erschienen ist, da wurde es langsam mal Zeit für neues Material, von dem ich bereits beim Deichbrand Festival in Cuxhaven drei Songs live hören durfte. Ganz in der Nähe, im Städtchen Hemmoor, liegen die Wurzeln von TOMTE, dort ist Sänger und Gitarrist Thees Uhlmann aufgewachsen und hat 1987/88 die Formation WARPIGS gegründet, die später in TOMTE TUMMETOTT (nach einem Kinderbuch von Astrid Lindgren) umbenannt wurde, bis es schließlich der Einfachheit halber bei TOMTE blieb. Von der Gründermannschaft ist nur noch Thees übrig, aktuell gab’s allerhand Umbesetzungen, da Schlagzeuger Timo Bodenstein die Band verlassen und die Drumsticks an Max Schröder (DER HUND MARIE) abgegeben hat, der bislang die Tasten bediente, wofür Simon Frontzek neu dazu gestoßen ist. Zuletzt musste noch Olli Koch aus gesundheitlichen Gründen seinen Abschied bekannt geben, weshalb jetzt Nikolai Potthoff den Bass zupft. Bleibt noch Dennis Becker, der immerhin seit fünf Jahren an der zweiten Gitarre aktiv ist.

Geschadet hat das rege Kreisen des Personalkarussells dem neuesten Werk nicht. Der Schrammelgitarren-Sound ist nach wie vor eindeutig TOMTE und der spezielle Gesang von Thees Uhlmann tut ein Übriges, um die Songs unverwechselbar zu machen. So beginnt der charmante Fronter auch gleich mit dem Ausruf „Heureka“. Ob es eine so schwierige Aufgabe war, die gleichnamige Langrille auf den Weg zu bringen, dass dieses befreiende Statement zum Zuge kommt? Mit Sicherheit lagen große Erwartungen in der Luft, die aber weder vom treibenden Opener, noch vom groovenden „Wie ein Planet“ enttäuscht werden. Die erste Singleauskopplung „Der letzte große Wal“ wird schon bald eine neue Heimat in den Indie-Tanzschuppen der Nation finden und bei den kommenden Konzerten aus Hunderten von Kehlen mitgesungen werden. Überflüssig zu erwähnen, dass den Texten aus der Feder von Thees Uhlmann ein besonderer Stellenwert zukommt. Bei „Voran Voran“ war zudem Intimus OLLI SCHULZ textlich beteiligt. Herausgekommen ist eine intensive Nummer, die zum Zuhören nur so einlädt. 2005 sind TOMTE von Hamburg nach Berlin gezogen (warum man diese herrliche Stadt verlassen kann, muss ich noch in Erfahrung bringen), offensichtlich haben sie mit der Freien und Hansestadt aber noch nicht abgeschlossen, den immerhin stellen sie noch die musikalische Frage „Wie siehts aus in Hamburg“, wenngleich ein kritischer Unterton nicht zu überhören ist. „Küss mich wach, Gloria“ zählt zu den Tracks, die mit Sicherheit schon bald von keiner Setlist wegzudenken sind, wohingegen das nachdenkliche „Es ist so, dass du fehlst“ und das ruhige „& ich wander“ eher ins heimische Wohnzimmer gehören. Die Zeit der intimen Gigs ist für TOMTE spätestens seit dem Erfolg der letzten Scheibe vorbei, stattdessen gibt’s für den Fünfer ausverkaufte Clubs und Festivalauftritte vor Zehntausenden wie beim Hurricane oder Rock am Ring. Dahin passt auch „Du bringst die Stories (ich bring den Wein)“, wobei der Titel nicht ganz richtig ist, schließlich gehören gerade Thees Stories unweigerlich zum ganz besonderen Live-Erlebnis eines TOMTE-Konzertes. Auf jeden Fall gehört das Lied zu den „Heureka“-Highlights, aber selbstverständlich ist auch das getragene „Das Orchester spielt einen Walzer“ nicht zu verachten. Mit dem Titel „Nichts ist so schön auf der Welt, wie betrunken traurige Musik zu hören“ ist im Grunde schon alles gesagt und natürlich liefern TOMTE mit dem Song auch gleich den passenden Soundtrack zu dieser Tätigkeit. Wunderbar! Bleibt noch die Aufforderung „Dein Herz sei wild“, die temporeich ausgesprochen wird.

Was soll ich noch sagen? Kaufen und in Dauerrotation anhören! Ich hab mich auch nach mehrmaligem Hören lange noch nicht satt gehört und freue mich darauf, TOMTE zum wiederholten Male live zu sehen. Denn auch auf der Bühne werden die Wahl-Berliner genauso wenig langweilig wie ihre Konservenkost.

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