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TONI KATER - Gegen die Zeit

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Artist TONI KATER
Title Gegen die Zeit
Homepage TONI KATER
Label IT SOUNDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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5.0/10 (2 Bewertungen)

Achtung, ein neuer Trend geht um und dieses mal ist es sogar ein schöner! Handgemachte deutsche Musik ist es, wider den Casting Einheitsbrei und pro echte Gefühle. So echt jedenfalls wie es in einem Geschäft möglich ist, in dem man letztlich natürlich Platten verkaufen muss. TONI KATER aus Berlin, diese zierliche Maus mit der gefühlvollen Stimme, konnte bereits mit der ersten Single „Wo bist du?“ Achtungserfolge erzielen, so „durfte“ sie an der 1Live „Das erste Mal“-Veranstaltung teilnehmen. Dort war sie vielleicht als Opener etwas verloren, denn sie wirkt viel besser in intimen Clubs, wenn sie eine direkte Beziehung zu ihrem Publikum aufnehmen kann. Ich hatte das Vergnügen, sie in Osnabrück auf der Maiwoche zu erleben, wo sie zunächst beinahe niedlich mit der störrischen Technik kämpfte. Aber letztlich überzeugte sie die durchaus kritischen Zuschauer, und ich kam dadurch schon vorab in den Genuss fast aller Songs dieser Debüt-CD.

Als Eröffnung wählte man die schon erwähnte Single, als ob man auf „Nr. Sicher“ gehen wollte und den anderen Tracks nicht so recht traut. Aber das haben Toni plus männliche Mitstreiter gar nicht nötig, das restliche Songmaterial hält ganz locker das vorgelegte Niveau. Nach der wunderschönen Ballade „Liebe ist“ folgt der Uptempo Track „Es muss nur weit sein“, der eigentlich für eine zweite Auskopplung vorgesehen war. Ein im TK-Kontext geradezu flottes Stück mit leichten NDW-Anklängen und Simpel-Gitarren-Riffs im Hintergrund. Ich erinnere mich noch, wie Toni in Osnabrück da gedankenverloren „Oh Oh Oh“ trällerte, ein wunderbares Bild vor dem Herren. Die nachfolgenden 2 Lieder kennt und mag man ebenfalls bereits von der „Wo bist du?“-VÖ. Und so geht es weiter, eine Mischung aus zärtlich gehauchten Liebesoden an Menschen (Tobi)/ Städte (Berlin) und das Leben an sich sowie flotteren Tracks, die ein wenig mehr in die Richtung ihrer (lauteren) Schwestern im Geiste – MIA und WIR SIND HELDEN – tendieren. Besonders möchte ich da „Die Nacht ist blau“ mit den schön eingesetzten elektronischen Elementen und das traumwandlerische „Opium“ hervorheben. Eigentlich könnte man fast alles hervorheben…

Die von Inga Humpe coproduzierte Scheibe kommt genau zur richtigen Zeit heraus: Ein wunderbarer Ruhepol inmitten der hektischen Suche nach der immer neuen Sensation. Vielleicht werden sich die meisten in ein paar Jahren nicht mehr an diese CD erinnern, aber einigen wird sie ans Herz wachsen, wie eine liebgewonnene Freundin. Und man kann nicht immer nur FEINDFLUG oder SLIPKNOT hören, auch die stillen Gefühle wollen bedient werden. Ein Werk voller Seele von einer unorthodoxen Frau voller Seele!

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