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TOR LUNDVALL - Empty City

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Artist TOR LUNDVALL
Title Empty City
Homepage TOR LUNDVALL
Label STRANGE FORTUNE
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Der New Yorker Künstler TOR LUNDVALL ist sicherlich kein Unbekannter der Szene. Den meisten Anhängern schwarzromantischer Folkklänge sollte er doch wenigstens als Maler und Urheber von so manchem SOL INVICTUS-, TONY WAKEFORD- oder HARVEST RAIN-Artwork her bekannt sein, mit denen er ja auch musikalisch in verschiedenster Form aktiv war. Seine dargebotene Malkunst gibt uns auch schon einen ersten Hinweis auf die Musik des amerikanischen Träumers: Herbstlich-winterlich wirkt sie (er nennt seinen eigenen Verlag auch entsprechend „Eternal autumn editions“), verträumt und märchenhaft. Auf und in seinen Bildern treffen Kontraste aufeinander: Helle und dunkle Farbflächen, Natur und Industrie, Land und Stadt, Sonne und Schnee. Kubische Formen vermählen sich mit impressionistischen Farbtupfern, naive Strenge mit der unanständigen Weichzeichner-Optik eines David Hamilton.

Warum ich das alles schreibe? All dies findet sich auch auf „Empty City“, dem nunmehr sechsten Solo-Album TOR LUNDVALLs, mal mehr, mal weniger offensichtlich wieder. Basierend auf Synthesizerklängen der alten Schule, man fühlt sich an die späten BURZUM-Ambientwerke, manchmal auch an Vikernes’ und Lundvalls, ich vermute das einfach mal, gemeinsames Vorbild Klaus Schulze (Ihr wisst schon, TANGERINE DREAM und so…) erinnert, evoziert der Künstler auf „Empty City“ die Stimmung eines spätsommerlichen Spazierganges im Central Park. Das rotgefärbte Laub lässt an den Indian Summer New Englands draußen vor der Stadt denken, doch immer wieder ragen Wolkenkratzer und Schornsteine ins Bild des Betrachters und verstärken auf eigentümliche Weise die Melancholie des sinnierenden, auf einer Parkbank sitzenden Trauernden. Schlagwerk und Lundvalls eigentlich nur instrumental eingesetzte Stimme unterstreichen meditativ das Klangwerk, während eine gequält klingende E-Gitarre auf „Open Window“ eine Hauch von Mark Knopfler’schem Stadionrock versprüht.

Wenn die letzten Klänge verklungen sind, hallt das Erlebte noch eine ganze Weile nach und der Hörer braucht seine Weile, um wieder auf den harten Boden der Realität Platz zu finden. Aber smarte Connaisseurs drücken eh wieder die Starttaste. An dieser Ambientveröffentlichung führt nichts vorbei. Kaufen!

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