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TORCHBEARER - Death Meditations

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Artist TORCHBEARER
Title Death Meditations
Homepage TORCHBEARER
Label VIC RECORDS
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

TORCHBEARER sind das aktuelle Hauptbetätigungsfeld des Ex-SCAR SYMMETRY-Gitarristen Christian Älvestam, der die Band bereits 2003 gründete. „Death Meditations“ ist das dritte Album der Schweden und wenn dieses, wie oft gemunkelt wird, das Release ist, das über die Zukunft einer Band entscheidet, dann sollten TORCHBEARER verdammt goldene Zeiten vor sich haben.

Erster Gedanke, nachdem das unheilvoll düstere, aber schöne Intro verklungen ist und die Herren Musiker ernsthaft zur Tat schreiten: DARK FUNERAL! Nicht die schlechteste Reminiszenz für den Anfang, mag man meinen, aber irgendwie ist das hier hymnischer. Und, wie sich schnell herausstellt, auf eine sehr ansprechende Weise auch technischer, im Sinne von etwas weniger hornissenhaft. Dann aber – und der geneigte Hörer beginnt ernstlich zu staunen – im nächsten Moment auch wieder nicht, und aus der plötzlich wieder sehr präsenten (und überaus gekonnten) Raserei brechen herrlich strahlende und epische Gitarrenmelodien, die in dieser monumentalen Kraft ihresgleichen suchen. Die Verblüffung ist endgültig perfekt, als dann auch noch ganz nebenbei eine waschechte SOILWORK-Nummer aus den Boxen schallt, und man beginnt zu verstehen, was für Folgen es haben kann, wenn innerhalb einer vergleichsweise kleinen Bevölkerung eine sehr große und vor allem sehr florierende Szene agiert: Es entsteht eine gewisse Eigendynamik und man vermag allerlei gegenseitige musikalische Zitate auszumachen. Die Liste der hörbaren Einflüsse von TORCHBEARER ist lang und beinhaltet außer den bereits Genannten solch hochkarätige Koriphäen wie OPETH, BORKNAGAR, DREAM THEATER (ja, tatsächlich!!), CRADLE OF FILTH oder auch und vor allem IN FLAMES, an deren Melodik man sich quasi ständig erinnert fühlt, was allerdings zu keinem Zeitpunkt zu Lasten der Eigenständigkeit des Songmaterials geht. „Death Meditations“ ist in jeder Hinsicht frisch und eröffnet dem Freund der härteren Gangart mitunter völlig neue Horizonte, wozu vor allem die unermessliche Vielseitigkeit des Albums beiträgt. Überhaupt hat man den Eindruck, dass TORCHBEARER jedes Mal, wenn man ihnen gerade ein bestimmtes Attribut zugeordnet hat, mit einem schelmisch grinsenden „Jaaaaaa, aber außerdem…“ antworten.

Damit sind sie sozusagen der Alptraum für den auf Katalogisierungsmöglichkeiten erpichten Rezenseur, aber wenn dabei so erschreckend gute Musik zu Gehör gebracht wird, dann möge der sprichwörtliche Hund auf die Stilistik des Reviews einen exorbitanten Haufen platzieren. Fetter Scheiß (sic!), den man vorzugsweise laut oder im Idealfall über Kopfhörer genießen sollte.

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