Band Filter

TORPUS & THE ART DIRECTORS - The Dawn Chorus

VN:F [1.9.22_1171]
Artist TORPUS & THE ART DIRECTORS
Title The Dawn Chorus
Homepage TORPUS & THE ART DIRECTORS
Label GRAND HOTEL VAN CLEEF
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.5/10 (2 Bewertungen)

Ich mag ja diesen norddeutschen Menschenschlag. Solche Typen wie den Nordfriesen Sönke Torpus, der seiner Kapelle 2009 den eigenen Nachnamen verpasste und inzwischen in Hamburg zuhause ist. Der Norddeutsche an sich ist vielleicht nicht mit einer südländischen Überschwänglichkeit gesegnet, aber was er macht, das hat Hand und Fuß. Bei TORPUS & THE ART DIRECTORS ist das die Musik, genauer gesagt „Northern-Country-Folk“ und den macht Sönke (Gesang & Akustikgitarre) gemeinsam mit Melf Petersen (Gesang & Baritongitarre), Ove Thomsen (Gesang, Pedal Steel & Harmonium) Felix Roll (Schlagzeug) und die Schwedin Jenny Apelmo (Gesang, E-Bass & Kontrabass). Inzwischen hat der dritte Longplayer das Licht der Plattenläden erblickt: „The Dawn Chorus“!

Aufgenommen wurde der Silberling zusammen mit dem Produzenten Simon Frontzek (aka Sir Simon Battle/ex-TOMTE) in einer ehemaligen Grundschule unweit der dänischen Grenze. Hier haben nicht nur NILS KOPPRUCH und GISBERT ZU KNYPHAUSEN ihre Songs eingespielt, auch CLICKCLICKDECKER hat hier schon seine Musik konserviert. Offenbar ein Ort mit einer Atmosphäre, die sich positiv auf die 13 Songs auf „The Dawn Chorus“ ausgewirkt hat. Angefangen beim Opener und der ersten Single-Auskopplung „In Hushed Tones“; ein Stück, das fast schon zärtlich von der Sehnsucht nach dem Ausbruch erzählt, während der „Dawn Song“ mit mehr Drive das geschäftige Treiben in der Stadt in stimmungsvolle Musik umsetzt. Derweil ist das basslastige „Dawn“ eine leise Erinnerung an die verstorbene Großmutter, die nur die Nähe zum Meer kannte. „From Holding Your Hands“ geht unterdessen mit mehrstimmigem Gesang und viel Gefühl ins Ohr. Mein Favorit ist das mitreißende „Poem For A Friend“ und auch „I Can Decide That By Myself“ kann eine Spur ruhiger durchweg überzeugen. „Don’t Gather Roses“ zeigt sich minimalistisch, so wie insgesamt deutlich weniger Instrumente als noch beim 2012er Vorgänger „From Lost Home To Hope“ zum Einsatz gekommen sind. „The Dawn Chorus“ strahlt einfach im Ganzen eine ungeheure Ruhe aus, die gleichzeitig aber mit Liedern einhergeht, die auf ihre Art gefangen nehmen. So wie das entspannt groovende „Sleeping On The Backburner“ und die Fingerpicking-Nummer „Bright Eyes“. „Mirror Mirror“ schließt sich in minimalistischer Schönheit an und „Two Hearts“ bringt mitsamt Gebläse definitiv mehr als zwei Herzen dazu, höher zu schlagen. Das temperamentvolle „Love It As It Comes“ hoffe ich demnächst auf Tour auch live zu hören und auch gegen das sich allmählich entwickelnde „Roll It Up Again“ hätte ich nichts einzuwenden.

Heißt es nicht, dass in der Grundschule das Fundament für alles weitere gelegt wird? Auf jeden Fall waren TORPUS & THE ART DIRECTORS in den alten Klassenzimmern bestens aufgehoben. „The Dawn Chorus“ atmet friesische Weite und Entspanntheit und hilft, die Hektik der Großstadt zumindest für eine kleine Weile auszublenden. Dabei sind die Songs alles andere als provinziell, sondern einfach nur rundum gelungen. Im April kann man sich davon auch live überzeugen.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

TORPUS & THE ART DIRECTORS - Weitere Rezensionen

Mehr zu TORPUS & THE ART DIRECTORS