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TOTENMOND - Thronräuber

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Artist TOTENMOND
Title Thronräuber
Homepage TOTENMOND
Label MASSACRE RECORDS
Leserbewertung
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9.5/10 (4 Bewertungen)

Die Sonne scheint auf meinen Balkon, der Latte Macchiato schmeckt gar himmlisch und bei den Gedanken an den kommenden Frühling, wird das Herz mir warm. Plötzlich beginnen die Vögel zu singen, die Blumen zeigen ihre Pracht und mich überkommt das Gefühl, dass ein wenig musikalische Finesse, die Idylle vollenden würde. Ach, schmeißen wir doch mal die neue TOTENMOND-Scheibe „Thronräuber“ in den hoffnungsvoll dreinblickenden CD-Player. Lange mussten die Fans der deutschen Doom Crust Könige auf einen neuen Silberling warten – immerhin auch schon das siebte Werk der Jungs rund um den Barden Pazzer.

Ich drücke Play und dort, wo eben noch die Sonne schien, breitet sich ein schwarzes Loch aus. Die Vögel, eben noch musizierend, lassen lediglich einige wild umher fliegende Federn zurück und selbst die Blumen sind zertrampelt. “Luzifer Stampft“ kennt keine Gnade und prügelt jegliche Harmonie nieder, Pazzer wütet durch das Meer an Brett, welches einige Black Metal Elemente aufweist und den bis dato schnellsten TOTENMOND-Brecher darstellen könnte. Pechschwarze Riffs und donnernde Drums lassen die Erde erbeben, Blitze durchziehen den kürzlich noch glasklaren Himmel. Doch da, einige Blümchen haben die erste Walze überlebt – das kann doch nicht war sein. „Achtung Panzer“ muss her, um die letzten lieblichen Überreste schnurstracks niederzumähen. Röhrende Gitarren machen sich breit und drücken dich, vor allem im hinter Teil des Songs, buchstäblich gegen den Panzer. Die Brutalität und der Hass, gepaart mit einem fast schon eingängigem Refrain und lyrischen Genüssen alla „Wie kannst du in der Hölle sein, wenn du in meinem Herzen bist?“ zeigen die, in der heutigen Zeit, oft zu kurz kommende gefühlsechte Liebeserklärung. Hier wird nicht geschwafelt oder um den heißen Brei herumgeredet. Welcher Partner würde bei einem solchen Geständnis (natürlich gegrowlt) nicht zu Wachs werden? „Nihil Novi“ hat darauf natürlich leichtes Spiel. Alles ist platt, jetzt kann richtig Gas gegeben werden. Ein Song mit unglaublicher Power, Energie und dem Patent für Stress mit den Nachbarn. Doch auch der Rest von „Thronräuber“ lässt den Frühling verfliegen, obwohl es gerade am Ende der Scheibe zu leichten Ermüdungserscheinungen kommt, da sich die Bandbreite an musikalischer Kost in engen Grenzen hält. Aber wer kann bei Textzeilen wie „Das Urinieren der Frau ist der Beginn meiner Erektion“ schon an Kritik denken? Hier werden Themen aus den Boxen gehauen, die wirklich von Bedeutung sind und welche die Schamesröte auf die Wangen treiben.

Mit „Thronräuber“ zeigen TOTENMOND allen Zweiflern, wer Herr im Hause Doom Core ist. Markerschütternde Songs und die unvergleichlichen Sprachkreationen („Schlachtinfarkt“) lassen keinen unberührt und sind nur für zart Besaitete nicht zu empfehlen. Ultrafett!!!

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