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TRÄUMEN VON AURORA - Sehnsuchts Wogen

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Artist TRÄUMEN VON AURORA
Title Sehnsuchts Wogen
Homepage TRÄUMEN VON AURORA
Label TROLLZORN RECORDS
Leserbewertung
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Wir schreiben den 6. Oktober 2012. In Erfurt findet die Release-Party zu FJOERGYNs neuem Werk, welches sich jedoch verzögern soll (aber das ist eine andere Geschichte), statt. Eigentlich sollen DER WEG EINER FREIHEIT als Vorband auftreten. Nur leider haben Bandinterna zur Absage des Gigs geführt. Als (mehr als würdiger) Ersatz treten TRÄUMEN VON AURORA an. Zugegeben, ich hatte noch nichts von dieser Band gehört und Post Black Metal ist eigentlich nicht so ganz mein Bereich. Aber das sollte sich an jenem Abend ändern. Mit einem ca. zwanzigminütigen Gig überzeugen mich die Bielefelder eines Besseren. Spielfreudig und wenig aufgeregt heizen sie dem Publikum gut ein. Für mich Grund genug das bereits erschienene Werk „Sehnsuchts Wogen“ einem genaueren Blick zu unterziehen.

Und was soll ich sagen? Der Eindruck, den die Formation live auf mich machte, hat sich beim Hören dieser CD noch gefestigt. Dieses Quasi-Konzeptalbum, welches sich mit dem Ende einer Beziehung beschäftigt, besteht aus sieben Stücken plus Bonustrack. Den Einstieg macht „Insomnia“ (Schlaflos oder Schlaflosigkeit). Anfangs mit sauberem Gesang und melodischen Gitarren wirkt das Stück mehr wie Gothic denn Metal. Doch schon nach kurzer Zeit bedient man sich genretypischer Elemente. Surrende Gitarren und vor allem ein keifender, leidender Gesang (passt besonders gut zum Thema des Albums) bestimmen nun das Bild. Dabei kommen Melodie und Tempowechsel auch nicht zu kurz. Was nun folgt, ist ein sanfter Pianoeinstieg bei „Parfüm“, das jedoch nach kurzer Zeit in gemäßigten, wenn auch harten Metal übergeht. Und spätestens bei „Welknis“ merkt man, dass sie die Band wirklich Gedanken um die Lyrik und Titelnamen gemacht haben. Denn, soweit verständlich, wissen die Texte immer zu überzeugen. Auch die Instrumentalisierung ist passend, homogen. Langeweile kommt bis zum Schluss nicht auf. Übrigens, wenn man den Leidensweg des Protagonisten bis zum Ende lauscht, stolpert man fast zum Schluss auf ein Kleinod musikalischer Düsternis. Die Rede ist von „Reflektionen“. Dieses epische Werk steigert sich im Laufe seiner ca. 12 Minuten und endet in einem grollenden Riffgewitter, das dem Hörer den Atem nimmt. Auch klanglich kann ich nicht mosern. Die Produktion hätte zwar etwas druckvoller und aufgelöster ausfallen können. Aber sie ist dennoch auf ordentlichem Niveau.

Zum Schluss kann ich nur feststellen, dass ich froh bin an jenem Abend die Ostwestfalen live gesehen zu haben. Denn sonst hätte ich mich wohl nie mit ihrer Musik beschäftigt und hätte etwas verpasst. Denn für eine gestandene Band wäre dieses Album schon richtig gut – aber für ein Debüt ist es der Hammer!
Rigr

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Ja isses denn, auch TRÄUMEN VON AURORA kommen glatt aus Bielefeld! Kann ich ja eigentlich nix negatives zu schreiben… Mit dem Bandnamen und der Ausrichtung Post-Black Metal zielt man auf die Prophecy-Kundschaft ab, allerdings kann man mit den schwermütigen Düster-Melancholie-Tracks nicht wirklich begeistern.

Schicke Melodien hat man zwar schon am Start („Parfüm“), aber das rudimentäre Black-Gekrächze wirkt zu angestrengt, der Klargesang zu theatralisch, das klingt alles noch nicht ganz rund. Gute Ansätze sind vorhanden, aber bis man gegen Meister wie DORNENREICH oder ALCEST auch nur im Entferntesten anmodern kann, vergeht noch etliches an Zeit. Mit dem schnellen „Firn“ wütet man sehr Black Metal-lastig, bevor mit dem 12-minütigen „Reflektionen“ der kleine Beweis angetreten wird, das man nicht so ganz unbedarft ist in Sachen Songwriting.

Der Feinschliff muss halt noch kommen. Fans obiger Sounds lauschen mal rein.
MOSES

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