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TRANS AM - Volume X

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Artist TRANS AM
Title Volume X
Label THRILL JOCKEY
Leserbewertung
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9.0/10 (2 Bewertungen)

Das zehnte Studio-Album „Volume X” zu nennen, macht auf jeden Fall schon mal Sinn. Allerdings ist diese Titelinterpretation nur ein (wenn auch der direkteste) Weg, sich dem aktuellen Werk der 1993 gegründeten Easy-Listening-Kapelle TRANS AM zu nähern. Gleichzeitig umfasst die Langrille auch zehn Songs und man könnte natürlich auch hingehen und „Volume X“ als Hinweis auf die Ausrichtung des Lautstärkereglers beim Hören des jüngsten Babys von Phil Manley (Gitarre, Keys, Bass, Gesang), Nathan Means (Bass, Keys, Gesang) und Sebastian Thompson (Drums, Vocals, Bass, Gitarre, Programming) betrachten. Das „X“ soll möglicherweise aber als Platzhalter für die unterschiedlichen stilistischen Möglichkeiten dienen, derer sich die Amis bedienen.

„Heavy American Electro Rock“ nennt das Trio seinen Style und startet die Full Length mit sphärischen Synthesizern des Openers „Anthropocene“, die nach kurzer Zeit auf massive Fuzzy-Riffs und stampfende Grooves treffen. Das darauffolgende „Reevaluations“ nimmt sich derweil elektronisch verbrämt zurück und lässt ähnlich wie das pulsierende „Night Shift“ an die Elektro-Pioniere von KRAFTWERK denken. „K Street“ präsentiert sich wenig später ein wenig druckvoller, bevor sich „Backlash“ mit fiepender Synthetik und brachialen Rhythmusgewittern in die Gehörgänge bohrt. „Ice Fortress“ und „Failure“ servieren instrumentale Elektropop-Kost, die für meinen Geschmack ein wenig zu gleichförmig ausgefallen ist. Beim entschleunigten „I’ll Never“ sind dann auch wieder Vocals mit von der Partie – diesmal vermittels Vocoder verzerrt. „Megastorm“ zeigt sich von der knackigen Seite, bevor das verträumte „Insufficiently Breathless“ auf der Zielgeraden eingängige Melodien ins Rennen schickt.

„Volume X“ wurde über drei Jahre in den LCR-Studios in San Francisco aufgenommen. Die Jungs haben sich also Zeit genommen, was allerdings hier und da zu Lasten des roten Fadens ging. Die Instrumentalpassagen hätten an der einen oder anderen Stelle ebenfalls noch ein bisschen gepusht werden dürfen; über alles betrachtet liefern TRANS AM aber einen soliden Kraut-Prog-Ammbient-Mix ab, der fremde und vertraute Klänge in immer neue Zusammenhänge bringt. Wenn der Dreier nicht gemeinsame Sache macht, sitzt Thompson übrigens bei den Prog-Metallern von BARONESS hinter der Schießbude und Manley ist neben John Theodore (QUEENS OF THE STONE AGE) Mitglied bei der Minimal-Krautrock-Formation LIFE COACH.

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