Band Filter

TREAT - Coup De Grace

VN:F [1.9.22_1171]
Artist TREAT
Title Coup De Grace
Homepage TREAT
Label FRONTIERS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.0/10 (4 Bewertungen)

25 Jahre nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Scratch and Bite“ und immerhin noch 18 nach dem letzten regulären Studio-Longplayer „Treat“ wollen es die schwedischen Melodics noch einmal wissen. Da bleibt natürlich zu hoffen, dass hier nicht zu einem musikalischen Gnadenstoß (genau: „Coup de Grace“) auf die eigene Bandhistorie angesetzt wird.

„Prelude – Coup de Grace“: Teilweise bedrohlich, teilweise hoffnungsvoll klingendes instrumentales Vorspiel, das mit O-Tönen verschiedener Staatsmänner hinterlegt ist. „The War Is Over“: Von Beginn an gut reinknallende Gitarren treiben den eigentlichen Opener nach vorne, der damit gleich zeigt, wo der Hammer hängt. „All In“: Mit deutlich mehr Groove und stampfenden Rhythmen. „Paper Tiger“: Kraftvoller Midtempo mit der Botschaft „Fear is nothing but a castle in the sand“, der auch für den Live-Einsatz bestens geeignet erscheint. „Roar“: Ein unheilvoll anmutendes Intro leitet eine tolle Abgehnummer ein, die sowohl durch Ohrwurmpotential wie auch klasse Soloparts überzeugt. „A Life To Die For“: „Nur“ ordentliche, radiokompatible Halbballade mit einleitenden und abschließenden Pianoklängen. „Tangled Up“: Nach der romantischen Liebesgeschichte folgt die verzweifelt klingende (Stichwort: „make me howling at the moon“), die selbstredend alles andere als kuschelig rüber kommt. „Skies Of Mongolia“: Orientalisch anmutende Klänge münden in einen packenden Hardrocker. „Heaven Can Wait“: Lockerer Rocker, der seine Würze (wie schon andere Tracks davor) durch knackige Gitarrenklänge erhält. „I’m Not Runnin’“: Tolle Melodien sowie für Abwechslung sorgende Breaks und Soloparts bilden die Zutaten für einen Melodic Metal Song vom Feinsten. „No Way Without You“: Schnörkellose Uptempo mit Gute-Laune-Faktor. „We Own The Night“: Eingängiger Midtempo, bei dem man auf die eine oder andere Refrainwiederholung verzichten könnte. „All For Love“: Durchaus gelungenes AOR-Futter. „Breathless“: Der Abschluss-Song geht wieder forscher mit dem Thema „Zweierbeziehung“ um, ohne auf einen im Gehörgang bleibenden Refrain zu verzichten.

Verglichen mit dem aus dem Jahre 1989 stammenden, eigenen Referenzwerk „Organized Crime“ gibt es passend zum entsprechend fortgeschrittenen Alter der Musiker ein paar AOR-Songs, die vom Härtegrad eher an JOURNEY erinnern. Die lockern auf und machen nichts kaputt. Richtig gut klingt der Fünfer jedoch immer dann, wenn er wie „damals“ losrockt und dabei auch noch sein Gespür für die dazu passenden Melodien offenbart. Und glücklicherweise gibt es reichlich solcher Momente, so dass die Band dieses Album tatsächlich mit gutem Gewissen noch ihren Enkeln vorspielen kann (was laut Promotext eine Intention beim Songwriting war). Bis dahin sollten aber reichlich Hardrock/ Melodic Metal Fans dieses starke Comeback abgreifen!

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu TREAT