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TREIBHAUS - Feindbild

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Artist TREIBHAUS
Title Feindbild
Homepage TREIBHAUS
Label KNEEVE RECORDS/ DANSE MACABRE
Leserbewertung
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7.8/10 (4 Bewertungen)

Vor gut einem Jahr konnten TREIBHAUS mit ihrer Eigenproduktion „Unsterblich“ ein erstes Ausrufezeichen setzen, nun legt man den offiziellen Debüt Longplayer nach. Kleinere Line Up Wechsel und eine neue Stilbezeichnung (vormals „Hard Pop“ nun „Electro Metal“) sind die offensichtlichsten Neuerungen im Lager der Deutschen, die offensichtlich auf „Ein-Wort-Titel“ stehen. „Hass“, „Ewigkeit“, „Schmerz“: Besondere Subtilität kann man dem Quartett weder bei der Titelgebung noch beim Komponieren „unterstellen“, hier geht es eher ums Grobe. Kein Wunder, dass man im Promoinfo darauf hinweist, es möge sich kein Jazzliebhaber dieser Platte annehmen. Vergeistige Indies aber besser auch nicht, denn die deutschen Texte stammen allesamt aus dem Setzbaukasten der „Neuen Deutschen Härte“.

Bandcheffe Curt Doernberg ist nicht wirklich ein guter Sänger, vielmehr agiert er übellaunig meist auf einer Tonhöhe. Erinnert an eine Mischung aus Joachim Witt, Chris Pohl und Carsten Jacek von [:SITD:], in deren deutschen Liedern. Entsprechend wirkt die Musik manchmal so wie düsterer Electro, dem harte Gitarren beigemengt wurden, oder zumindest wie eine vereinfachte Version von OOMPH!. Der Opener „Kodex“ kommt fett und stampfend daher, live sicher ein ordentlicher Faustschlag in die Fresse. „Besser“ räumt im REVOLVERHELD-Spirit mit der letzten Beziehung ab, der Titelsong fällt erstmals komplexer/ grooviger aus. BLUTENGEL meets PRO-PAIN meets EISBRECHER. Und mit „Hass“ wird es überraschenderweise mal für ein paar Minuten chillig, hätte man bei dem Titel gar nicht vermutet. Die Höhepunkte folgen aber erst zur Mitte der Scheibe: „Maschinen“ hat ordentlich Eier in der Hose und das darauffolgende „Radikal“ bedient sich einiger offensichtlicher Future Pop Elemente.

Seien wir ehrlich: TREIBHAUS erschaffen weder besonders guten Electro noch filigran gespielten Metal. Und erst recht keine schöngeistige Lyrik. Aber zusammengenommen einfach unterhaltsamen und gut produzierten Riff Trash, der zur richtigen Zeit und für die richtigen Leute wunderbar unterhaltsam ausfällt. Für Fans obengenannter Kapellen mit schwarzen Klamotten im Schrank und (hoffentlich) ein wenig Selbstironie ordentliches Futter!

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