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TRINACRIA - Travel Now Journey Infinitely

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Artist TRINACRIA
Title Travel Now Journey Infinitely
Homepage TRINACRIA
Label INDIE RECORDINGS
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Was haben Norweger mit Sizilien zu tun? Eigentlich nicht soviel, nur dass dem Symbol, welches auch für diese Insel steht, oft ein okkulter Hintergrund zugeschrieben wird. Da die drei Hauptkomponisten dieses Projekts eben mit dieser Einstellung zu Werke gehen, wählte man den Namen TRINACRIA. Und was eigentlich als Auftragsarbeit der „Rikskonsertene“ (norwegisches Institut zur Verbreitung von qualitativ hochwertiger Musik) an Ivar Bjornson (ENSLAVED), Maja S.K. Ratkje und Hils Sofie Tafjord (beide FE-MAIL) vergeben wurde, entwickelte sich mit der Hinzunahme von Grutle Kjellson und Arve Isdal (beide ebenfalls ENSLAVED) sowie Iver Sandoy (EMMERHOFF) und Espen Lien zu einer vollen Band, die nun ihr Debüt präsentiert.

Doch dieses in Worten zu beschreiben, ist alles andere als einfach, denn hier treffen mehrere Extreme aufeinander. Da hätten wir zunächst die heftigen Metal-Roots der ENSLAVED-Jungs, welche hier auch mehr als deutlich mit donnernden Black Metal-Attacken vorgetragen werden. Da gewittern die Riffs thrashig nach vorne, die Drums drücken erbarmungslos und Grutle growlt und kreischt so böse, wie schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Diese eigentlich klassische Ausrichtung wird dann durch derbe Noise-Sounds „ergänzt“, welche für die Metal-Hörerschaft alles andere als leicht zu verarbeiten sind. So drängen z.B. bei „Part III: Make no Mistake“ (für sich wohl einer der stärksten und direktesten Songs der ENSLAVED-Leute seit Jahren) immer wieder krachige und verstörende Elektro-Sounds nach vorne und brennen sich in den Gehörgängen fest. Dazu werden die brachialen Riffs immer wieder durch schräge Effekte verzerrt. Krank genial! Das darauf folgende „Part IV: Endless Roads“ beginnt ruhig und getragen, mit leisen Gitarren und unterschwelligen, bedrückenden Soundgebilden. Durch und durch fiese Growls drängen nach „oben“ und predigen eindringlich die bösesten „Psalme“, die man seit langer Zeit vernehmen durfte. Eskortiert von kraftvoller werdenden Riffs, bedrückenden Soundsamplen und den weiterhin sehr imposanten Spoken Vocals/ erschütternden Screams bahnt sich dieser Soundtrack der Apokalypse unaufhaltsam seinen Weg durch die Überreste der Welt.

Mit diesen zwei Beispielen seien die beiden extremen Seiten dieser eigenwilligen und von vorn bis Ende beeindruckenden Darbietung beschrieben, doch „Travel Now Journey Infinitely“ bietet weitaus mehr und muss von Anfang bis Ende in einem durch erlebt werden. Doch hier noch eine Warnung: TRINACRIA bieten nicht nur ein völlig neues Soundgefüge an, sondern man hat auch noch Kompositionen erschaffen, die ins tiefste Bewusstsein vordringen und einem sicherlich auch mal das ein oder andere schaurige nächtliche Erlebnis bescheren können!

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