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TURBONEGRO - Retox

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Artist TURBONEGRO
Title Retox
Homepage TURBONEGRO
Label EDEL RECORDS
Leserbewertung
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Deathpunk – Apocalypse Dudes – Denim – Homoerotische Stereotypen – Turbojugend.

So, nachdem nun bereits einige der wichtigsten Schlagworte gefallen sind, die in keiner TURBONEGRO Rezension fehlen sollten, können wir uns ganz entspannt dem neuen und zugleich dritten Album der Norweger nach der Reunion im Jahre 2002 widmen, welches das Licht der Welt doch tatsächlich auf einem Major-Label erblickt. Da könnte manch einer ja direkt ein wenig skeptisch werden, doch TURBONEGRO geben sich alle Mühe, derartige Gedanken gleich von vornherein wegzuwischen. Dazu wurden ihnen im Presseinfo großspurig diverse Aussagen über „Retox“ in den Mund gelegt: „Retox“ sei der Sound von kaltem Stahl, der sich durch heißes Leder schneidet! Eine CD, die einen wie ein Schlagring und ein Kantholz mitten ins Gesicht trifft. Und wenn „Retox eine Farbe wäre, wäre es ein etwas dunklerer Ton von blendendem Weiss! Tja, bei einem Major-Deal läuft die Promotion-Maschinerie eben auf vollen Touren.

Kommen wir zur Musik: „We´re gonna drop the Atom Bomb“ strotzt vor Selbstbewusstsein und ist gleich zu Beginn eine klare Ansage, wer Chef im Ring ist. Gradliniger, schön schrammeliger PunkRock, wie er sich in der Folge etwa auch bei „You must bleed/ All night long“ finden lässt, wo aber zugleich erste Tendenzen zur New Wave of British Heavy Metal durchschimmern, die bei „No, I´m Alpha Male“ noch deutlicher zu Tage treten. In Richtung Stadion-Rock-Format gehen hingegen Stücke wie „Hell Toupée“ und „Stroke the shaft“. Gleichermaßen poppige Refrains und damit die Einladung zur Mitgröhl-Offensive bieten auch die Single „Do you do you dig destruction“ oder „Hot and filthy“. Der Glamour Faktor hält sich dabei stets auf dem speziellen TURBONEGRO Level und so heißt es dann eben „Retox“ statt Botox und „Hell Toupée” anstelle von Tim Toupet. Insgesamt präsentieren sich TRBNGR hier eher geschmeidig, lässig, ohne wesentliche Ecken und Kanten und recht kompakt, was auch der Umstand zeigt, dass die ersten 10 Tracks in gerade mal knapp 33 Minuten runtergehobelt werden.

Man könnte der Band vorwerfen, dass sie ihren Zenit überschritten hat oder dass „Retox“ nichts wirklich bahnbrechend Neues bietet. Aber würde man ihr damit nicht gerecht werden, da sie letztlich ihren Jüngern genau das gibt, was diese wollen. Wenn man dann auch den Vergleich mit den Klassikern aus den 90er Jahren einfach mal außer Acht lässt (denn schließlich können sich die Zeiten auch irgendwann mal ändern), dann ist „Retox“ ein über weite Strecken unterhaltsames Album geworden, auf dem quasi von allem etwas dabei ist, für das die „neuen“ TURBONEGRO stehen. Dass die Combo selbst auch nicht alles bierernst nimmt, wird auch noch mal im abschließenden, fast 7-minütigen „What is Rock?!“ bestens deutlich, in dem als mögliche Definitionsmöglichkeiten etwa “Rock is the possibility of choking on your own vomit in the back of a rapist’s van” oder „Rock is to bring machineguns to the schools” propagiert werden. So gibt es eigentlich auch nur zwei konsequente Möglichkeiten, sich mit TURBONEGRO auseinanderzusetzen: Entweder will man seinen Spaß mit ihnen haben oder lässt es am besten ganz bleiben. Ich persönlich ziehe die Spaß-Variante vor, denn die Scheibe hat sich beispielsweise als locker-flockige Berieselung fürs Autofahren bei sommerlichen Temperaturen bei mir schon gut bewährt. Nur ist sie mit 39 Minuten leider viel zu schnell vorbei. Da ist es fast ein Segen, dass die reguläre Version im Vergleich zur vorliegenden Promo offenbar noch einen weiteren Song („Boys from nowhere“) und die Limited Edition darüber hinaus zwei zusätzliche Bonustracks aufweist.

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