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TURMION KÄTILÖT - Pirun Nyrkki

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Artist TURMION KÄTILÖT
Title Pirun Nyrkki
Homepage TURMION KÄTILÖT
Label SPINEFARM
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Dass die Finnen ein lustiges Völkchen sind, durfte Rest Europa erst kürzlich bei LORDIs Grand Prix Triumph erfahren haben, wir „Metaller“ wussten es natürlich schon lange, wenngleich hier zu besprechende Scheibe nur ansatzweise im Hartwurstsektor verhaftet ist. Wer sich TURMION KÄTILÖT nennt (zu deutsch „Hebammen des Untergangs“), sollte eigentlich nicht so geil auf den internationalen Erfolg sein bzw. einfach einen an der Klatsche haben… oder beides. Hinter diesem umlautigen Namen verbergen sich MC Raaka Pee und DJ Vastapallo, also schon namentlich nicht gerade Old-School-Riffer. Vielmehr haben sie einen gehörigen Elektronik-Hintergrund, den sie mit fettem Gitarren Stahl zu einer Art Fun-Version von RAMMSTEIN kombinieren. Nicht ist heilig, nichts ist verboten, leider sind die sicher sehr originellen Texte ausschließlich in Landessprache verfasst, hätte doch gerne gewusst, was es mit der „Teufelsfaust“ (= „Pirun Nyrkki“) auf sich hat. Vielleicht ist ja Bruce Lee in Lappland wiederauferstanden? Wir werden es wohl nicht erfahren… Die Homepage bietet für Nicht-Sprachstämmige ebenfalls keine näheren Infos, außer einigen visuellen Beweisen für die Abgefahrenheit des Duos. Man tritt nämlich live u.a. als maskierte Lederbettwurst auf.

Jedenfalls konnte man es in der skandinavischen Heimat schon zu einigem Erfolg bringen, u.a. mit der Single „Teurastaja“ („Der Fleischermeister“) oder dem Debüt „Hoitovirhe“, dem nun also ein Zweitling mit gut 35 Minuten Spielzeit folgt. Zunächst fällt der endfette Sound aus, welcher da aus den Boxen hämmert, dernachst dann der überbordende Einfallsreichtum der irren Geburtshelfer. Samples, simpel-effektive Gitarrenwände, nette Gröl-Refrains, Beats und Elektronik-Spielereien ohne Ende, sowie hin und wie auch das totale Chaos wie beim Lärmmassker „Illuusio Musiikista“ (über die Illusion, Musiker zu sein?…). Ob „lustige“ Melodien (Titelsong), Orientalisches („Tirehtööri“ – Schlachtruf skandinavischer Fussballfans…) oder aber richtige Electro Metal Groover (Opener, Nr.9 [habe keine Lust mehr auf Titel]), das alles geht wunderbar locker aus den Arschbacken. Wo wir vorhin schon mal beim Grand Prix waren: Mit den Songs und der Performance kann man LORDI sicher noch einmal toppen und die Trophäe im Land der vielen Melancholiker behalten. Macht erstaunlich viel Spaß und ist zugleich noch derbe tanzbar. Der FINNTROLL tanzt zu RAMMSTEIN Polka, wenn jetzt noch das TRIO NISKALAUKAS bescheuerte deutsche Übersetzungen hinlegt, ist der Erfolg auch hierzulande vorprogrammiert. Ansonsten vergebe ich den Status „Geheimtipp“ für alle aufgeschlossenen Metaller und sonstigen Genrefreunde.

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