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TYR - Land

VN:F [1.9.22_1171]
Artist TYR
Title Land
Label NAPALM RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
5.5/10 (4 Bewertungen)

Die Jungs von den fernen Färöerinseln sind nun wahrlich keine Unbekannten mehr, und ohne jeden Zweifel ist diese Band für mich mit dem Gassenhauer „Hail to the Hammer“ vom „Eric the Red“ Album verbunden, das ihnen nach der Veröffentlichung 2003 einen heiß ersehnten Plattenvertrag und den weltweiten Durchbruch bescherte. Darauf folgte das „Ragnarök“ Werk, welches vor 2 Jahren in die Läden kam und nahtlos an den Erfolg anknüpfte, ausgiebiges Touren und zahlreiche Festivalauftritte schlossen sich an, und vor allem beim jungen Publikum kamen die 4 Jungs sehr gut an. Nun liegt wiederum 2 Jahre später das dritte Album für eine Bewertung bereit, und ich muss sagen, dass ich mir doch etwas schwer tue – ist das neue Werk doch nicht so eingängig und leichtverdaulich wie seine beiden Vorgänger. Das Konzept ist im Grunde dasselbe: Vielstimmige Wikinger Chöre und eine Mischung aus Tradition und Moderne – Definitiv sind TYR aber keine weitere Pagan/ Viking Truppe, von denen es eh schon zu viele gibt, nein, TYR sind durchaus eigenständig! Sie versuchen nicht, Genre Größen wie AMON AMARTH oder EINSIFERUM zu kopieren, sondern haben ihre eigene Nische gefunden, und diese Tatsache verdeutlicht das neue Album sehr anschaulich.

Betrachtet man „Land“ nun losgelöst vom Rest der Diskographie, ist es ein sehr starkes Album geworden, das sich aber erst nach mehrmaligem Hören in die Ohren frisst und definitiv keine leichte Kost für zwischendurch ist. Aber genau das macht diese VÖ so besonders, man entdeckt immer mehr in den Kompositionen, je öfter man sie hört. Sie werden einfach nicht langweilig und nach und nach bleiben sie zum Teil auch mächtig haften. Das ganze Album wirkt allgemein epischer als seine Vorgänger – schon beim gesprochenen Intro „Gandkvæði Tróndar“ wird klar, dass einen hier etwas umfangreiches, komplexes erwartet, was in dem 16 minütigen Meisterwerk/ Titeltrack „Land“ gipfelt. Textlich sind die Songs diesmal wesentlich stärker in der Färinger Mythologie verwurzelt, und es ist auch in weiten Teilen in Landessprache gehalten, ja, sogar zu mehr als 2/3. Die Stücke enthalten längere, tragende Instrumentalpassagen, was dem ganzen einen sehr epischen Hauch verleiht und die Songs in bisher ungewohnte Längen zieht, was sich aber nicht nachteilig auswirkt. Es wird sicher nicht leicht, live mit der neuen Scheibe ein „jungfräuliches“ Publikum zu begeistern, dafür sind Gassenhauer à la „Hail to the Hammer“ besser geeignet, aber wer mal etwas tiefer eintauchen will in Songs und Materie, ist mit „Land“ bestens bedient. Den Gassenhauer hat man übrigens – warum auch immer – als „Zusatztrack“ noch mal ergänzt – vielleicht, damit es nicht nur Landessprachliche Songs auf dem Album gibt, oder eben um oben genannte „Ersthörer“ nicht gleich zu viel Komplexität zuzumuten – für mich sind die Beweggründe jedenfalls nicht ganz klar.

Alles in allem ein gutes drittes Album, was erfreulicherweise nicht vor Oberflächlichkeit strotzt, wie es leider bei einigen Bands, die den Durchbruch in der Tasche haben, mittlerweile der Fall ist, sondern souverän den eigenen Stil der Band hervorhebt und vertieft – aber Vorsicht – etwas schwere Kost, die man besser mal in Ruhe genießen sollte. Es lohnt sich, genauer hinzuhören!!

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