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TZOLK’IN - The Sixth Sun

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Artist TZOLK’IN
Title The Sixth Sun
Homepage TZOLK’IN
Label ANT-ZEN
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie ich beim letzten Album von TZOLK’IN überschwänglich über deren kreative Urgewalt berichtete. Nun halte ich also das neue Album in Händen und ich musste erst einmal prüfen, ob es tatsächlich eine neue VÖ ist, denn das Design ist fast identisch, eine Maya-Zeichnung auf braunem Hintergrund, aber die Details machen es eben aus! Und genauso muss man mit diesem Werk umgehen, denn TZOLK’IN sind sich natürlich ihrem Stil treu geblieben, man erzeugt eine apokalyptische und düstere Maya-Stimmung, die dann mit der Musik bildlich vermittelt wird. In diesem Fall hat man das Thema der sechsten Sonne aufgegriffen, das in Verbindung mit einer neuen Zeitepoche steht und sozusagen die Ära nach dem „Ende“ des Maya-Kalenders darstellt. So ist es in groben Zügen erklärt, damit man wohl am besten die Fantasie der Hörers spielen lässt.

Kommen wir noch einmal zum Cover, denn nicht nur dieses vermittelt ein Déjà-vu Gefühl, sondern auch beim Wahrnehmen der Musik/ Sounds überkommt einem sofort ein sehr vertrautes Gefühl, als wäre dies eine nahtlose Fortsetzung des Vorgängers. Nicht nur die langen Laufzeiten der Titel sind gleich geblieben, der Aufbau und die Klänge wurden größtenteils aus dem gleichen Werkzeugkoffer raus gekramt. Somit ist es natürlich wieder einmal eine Mischung aus Dark Ambient und Ritual, die wohl überlegt mit Industrial-Elementen „aufgepäppelt“ wurde. Der Stil ist schon sehr markant, vielleicht kommt gerade deshalb dieses Gefühl auf, das zwischen „Kenn ich schon“ und „etwas einfallslos“ schwankt. Damit man mich nicht falsch versteht, das Ganze ist schon etwas Besonderes, aber die Jungs haben keine Experimente gewagt und somit auch keinen großen Nachweis ihrer Kreativität geliefert. Fachlich ist alles top, aber im Gegensatz zum Vorgänger fehlt hier das Aha-Erlebnis, man kommt dramaturgisch nicht an das letzte Werk heran, sowohl in punkto Arrangement, als auch der „Klangraffinesse“. Vielleicht sind TZOLK’IN etwas zu sehr eingefahren oder zu sehr auf ihre Themen fixiert, denn man kann hier nicht von einem Konzept-Album reden, sondern eher von einem ganzen Konzept-Projekt, was hier im Endeffekt doch zu wenig Spielraum lässt.

Vielleicht fehlt mir auch nur das Verständnis für den thematischen Überbau, die Musik ist natürlich hochwertig und anspruchsvoll, aber Interesse muss auch durch so etwas wie Emotionalität geweckt werden… selbst David Copperfield wäre nicht so berühmt geworden, wenn er immer nur die gleichen Tricks gezeigt hätte.

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