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U96/WOLFGANG FLÜR - Transhuman

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Artist U96/WOLFGANG FLÜR
Title Transhuman
Homepage U96/WOLFGANG FLÜR
Label UNLTD RECORDINGS
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In kaum einem anderen Bereich spielen deutsche Künstler eine weltweit dermaßen zentrale Vorreiterrolle wie in der elektronischen Musik; von Techno über Elektropop bis zu Trance und Rave. Seit vielen Jahren an vorderster Linie zu finden: die Formationen KRAFTWERK und U96 – zwei absolute Pioniere ihrer Genres. Während KRAFTWERK vor allem in den Siebzigern mit den Kultalben „Autobahn“ (1974), „Radio-Aktivität“ (1975), „Trans Europa Express“ (1977) und „Die Mensch-Maschine“ (1978) internationale Musikgeschichte schreiben konnten, mischten U96 mit Hits wie ihrer Techno-Version von „Das Boot“ oder auch „Love Sees No Colour“, „Night In Motion“ und „Heaven“ die globale Pop-, Rave- und Techno-Szene der Neunziger auf. Auf „Transhuman“ kommt es nun zur spektakulären Zusammenarbeit zwischen U96 (Ingo Hauss & Hayo Lewerentz) und Wolfgang Flür, seines Zeichens KRAFTWERK-Schlagzeuger von 1972 bis 1987 und somit an den wichtigsten Alben der Düsseldorfer Gruppe direkt beteiligt.

Angekündigt und in zwei gemeinsamen Nummern realisiert wurde diese bemerkenswerte Kooperation erstmals auf dem 2018er U96-Werk „Reboot“. Mit dem Longplayer „Transhuman“ weiten U96 und WOLFGANG FLÜR ihren kreativen Austausch nun auf ein komplettes Album aus und erschaffen neue faszinierende Klangwelten. Bereits vorab wurden als erste Singles der genregerecht unterkühlte Titelsong „Transhuman“ und eine aktualisierte Version von „Zukunftsmusik (Radiophonique)“ ausgekoppelt – inklusive gewohnt experimentell gehaltener Videoclips. Wie groß das Interesse an diesem Projekt nicht nur in Europa, sondern auch auf der anderen Seite des Atlantiks ist, zeigt die Tatsache, dass sich die New Yorker Plattenfirma Radikal Records sofort die Rechte am Album für den Bereich USA und Kanada gesichert hat. Die beteiligten Musiker beschreiben ihren Sound als stilistische Melange ihrer unterschiedlichen Historien. Zu den U96-typischen Tracks zählen das druckvolle „Specimen“ ebenso wie das treibende „Clone“ und der Tanzflächenfüller „Let Yourself Go“, während der Titeltrack „Transhuman“ wie auch „Planet In Fever“ und „Sexersizer“ direkt aus dem KRAFTWERK-Computer kommen könnten und so Flürs Vergangenheit widerspiegeln. Keine Frage, dass auf dem Silberling künstliche Intelligenz eine wesentliche Rolle spielt. Einige Melodien entstanden sogar auf Grundlage von Computer-Algorithmen, so was nennt sich dann fraktale Musik, womit man bei Elektro-Vorkämpfern wie KLAUS SCHULZE, KARL-HEINZ STOCKHAUSEN und den Elektronik-Laboren der Fünfziger und Sechziger angekommen ist.

„To The Limit“ ist für mich ein gutes Beispiel für den Mix der beiden Elektro-Styles: U96-Tanzbarkeit trifft hier in gekonnter Weise auf KRAFTWERK-typische Gleichförmigkeit. Und ein kleines Schmankerl hat das Trio zusätzlich in petto: zwei weitere Stücke, die Ende des Jahres auf Flürs kommendem Album „Magazine“ zu finden sein werden, gibt es bereits jetzt auf „Transhuman“ zu hören. Überhaupt klingt die Platte so, als hätte Wolfgang in weiten Teilen das Sagen gehabt. Was nicht zum Schaden war!

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