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UDO LINDENBERG - MTV Unplugged/ Live aus dem Hotel Atlantic (2-CD)

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Artist UDO LINDENBERG
Title MTV Unplugged/ Live aus dem Hotel Atlantic (2-CD)
Homepage UDO LINDENBERG
Label WARNER
Leserbewertung
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6.8/10 (5 Bewertungen)

Früher war alles besser. Und inzwischen ist es das auch wieder. So könnte man „Live aus dem Hotel Atlantic“ in wenige Worte fassen, ein Doppelalbum, das mit dem Mitschnitt einer „MTV Unplugged“-Session von Udo Lindenberg aufwartet. 24 Titel, zum Teil von illustren Gästen unterstützt, bilden einen durchaus repräsentativen Querschnitt durch sein Schaffen. Wenn es persönlich wird oder zumindest persönlich klingt, dann wirkt Lindenberg fast immer authentisch, ganz anders als bei vielen seiner politischen Statements in musikalischer Form, die dann doch manchmal eher etwas Peinliches an sich haben – so wie die Single „Hallo Angie, das merkel ich mir“ von 2009 oder der „Sonderzug nach Pankow“, auf beides hat er hier erfreulicherweise verzichtet.

Seine Karriere begann so richtig im Jahr 1973 mit dem Album „Andrea Doria“, also zu einer Zeit, als sogar in einigen Fällen noch nicht mal die Eltern seiner jüngeren Fans auf der Welt waren. Auf eine so lange Karriere zurückblicken zu können, ist schon eine beachtliche Leistung, auch wenn man nicht vergessen darf, dass er in den letzten Jahren mehr durch relativ sinnentleerte Antworten auf (nicht viel gehaltvollere) Journalistenfragen in Erscheinung getreten ist, weniger durch eingängige Songs mit intelligenten Texten. Erst mit dem Album „Stark wie zwei“ von 2008 trat er dann wieder den Beweis an, dass er mehr ist als ein schrulliger Typ mit großer Sonnenbrille und Schlapphut, der sich im gerade aktuellen Jargon der Jugend versucht, was zwar cool sein soll, aber leider meistens ziemlich uncool rüberkommt.

Mit dem „Unplugged“-Album schließt er nahtlos an den seriöseren Ansatz an, und das tut ihm auch sehr gut, weil man ihn so als Künstler wahr- und ernstnimmt. Im kleinen Rahmen des Hotel Atlantic kommen die Songs gut zur Geltung, und man kann eine Zeitreise von „Honky Tonk Show“ über „Johnny Controlletti“ und „Ich lieb dich überhaupt nicht mehr“ bis hin zu „Mein Ding“ unternehmen, die durchweg beweist, dass LINDENBERG über die Jahre hinweg sein Niveau gehalten hat. Nicht immer ganz so glaubwürdig wirkt er nur dann, wenn er Gäste zu sich auf die Bühne holt, die der heutigen Generation entstammen, so zum Beispiel CLUESO, JAN DELAY oder FRIDA GOLD. Da bekommt man dann manchmal schon den Eindruck, dass die Verkaufsstrategie eine gewichtigere Rolle spielt als die musikalische Kompatibilität, um auf diesem Weg ein jüngeres Publikum zu erreichen, das beispielsweise beim Namen JAN DELAY aufhorcht, beim Namen UDO LINDENBERG dagegen mit einem ratlosen „Hä? Wer?“ reagiert. Delay gibt hier den Duett-Partner für den Song „Reeperbahn“ in der 2011er Version, aber da wird vielen das Original lieber sein. Ganz anders „Ein Herz kann man nicht reparieren“ mit Inga Humpe, das man getrost als authentisch bezeichnen darf, hat LINDENBERG es doch schließlich in den 80ern gemeinsam mit den Humpe-Schwestern aufgenommen, als die sogenannte Neue Deutsche Welle (die zu dem Zeitpunkt mit der eigentlichen NDW schon längst nichts mehr zu tun hatte) ihren Höhenflug erlebte.

Aber wollen wir nicht ganz so kleinlich sein, denn im Großen und Ganzen gibt es an diesem „Unplugged“-Album nichts auszusetzen, außer natürlich, dass man sich bei der Auswahl der Songs aus einem solch großen Repertoire noch so viel Mühe geben kann – irgendwer wird immer irgendeinen ganz bestimmten Titel vermissen. Umso erfreulicher ist da doch die Erkenntnis, dass man nach rund 100 Minuten LINDENBERG live überhaupt nicht den „Sonderzug nach Pankow“ vermisst.

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