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UDO LINDENBERG - MTV Unplugged/ Live aus dem Hotel Atlantic (2-DVD)

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Artist UDO LINDENBERG
Title MTV Unplugged/ Live aus dem Hotel Atlantic (2-DVD)
Homepage UDO LINDENBERG
Label WARNER
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Früher war alles besser. Und inzwischen ist es das auch wieder. So könnte man „Live aus dem Hotel Atlantic“ in wenige Worte fassen, eine Doppel-DVD, die mit dem Mitschnitt einer „MTV Unplugged“-Session von Udo Lindenberg aufwartet. 25 Titel, zum Teil von illustren Gästen unterstützt, bilden einen durchaus repräsentativen Querschnitt durch sein Schaffen. Wenn es persönlich wird oder zumindest persönlich klingt (schönstes Beispiel ist da zweifellos „Cello“), dann wirkt Lindenberg fast immer authentisch, ganz anders als bei vielen seiner politischen Statements in musikalischer Form, die dann doch manchmal eher etwas Peinliches an sich haben – so wie die Single „Hallo Angie, das merkel ich mir“ von 2009, auf die er hier erfreulicherweise verzichtet hat, oder der „Sonderzug nach Pankow“, der im Gegensatz zur CD-Version auf der DVD dann leider doch enthalten ist.

Seine Karriere begann so richtig im Jahr 1973 mit dem Album „Andrea Doria“, also zu einer Zeit, als sogar in einigen Fällen noch nicht mal die Eltern seiner jüngeren Fans auf der Welt waren. Auf eine so lange Karriere zurückblicken zu können, ist schon eine beachtliche Leistung, auch wenn man nicht vergessen darf, dass er in den letzten Jahren mehr durch relativ sinnentleerte Antworten auf (nicht viel gehaltvollere) Journalistenfragen in Erscheinung getreten trat, weniger durch eingängige Songs mit intelligenten Texten. Erst mit dem Album „Stark wie zwei“ von 2008 trat er dann wieder den Beweis an, dass er mehr ist als ein schrulliger Typ mit großer Sonnenbrille und Schlapphut, der sich im gerade aktuellen Jargon der Jugend versucht, was zwar cool sein soll, aber leider meistens ziemlich uncool rüberkommt.

Mit dem „Unplugged“-Album schließt er nahtlos an den seriöseren Ansatz an, und das tut ihm auch sehr gut, weil man ihn so als Künstler wahr- und ernstnimmt. Im kleinen Rahmen des Hotel Atlantic kommen die Songs gut zur Geltung, und man kann eine Zeitreise von „Honky Tonk Show“ über „Johnny Controlletti“ und „Ich lieb dich überhaupt nicht mehr“ bis hin zu „Mein Ding“ unternehmen, die durchweg zeigen, dass LINDENBERG über die Jahre hinweg sein Niveau gehalten hat. Nicht immer ganz so glaubwürdig wirkt er nur dann, wenn er Gäste zu sich auf die Bühne holt, die der heutigen Generation entstammen, so zum Beispiel CLUESO, JAN DELAY oder FRIDA GOLD. Da bekommt man dann manchmal schon den Eindruck, dass die Verkaufsstrategie eine gewichtigere Rolle spielt als die musikalische Kompatibilität, um auf diesem Weg ein jüngeres Publikum zu erreichen, das beispielsweise beim Namen JAN DELAY aufhorcht, beim Namen UDO LINDENBERG dagegen mit einem ratlosen „Hä? Wer?“ reagiert. Delay gibt hier den Partner für den Song „Reeperbahn“ in der 2011er Version, aber da wird vielen das Original lieber sein. Ganz anders das Duett „Ein Herz kann man nicht reparieren“ mit Inga Humpe, das man getrost als authentisch bezeichnen darf, hat LINDENBERG es doch schließlich in den 80ern gemeinsam mit den Humpe-Schwestern aufgenommen, als die sogenannte Neue Deutsche Welle (die zu dem Zeitpunkt mit der eigentlichen Neuen Deutschen Welle schon längst nichts mehr zu tun hatte) ihren Höhenflug erlebte.

Aber wir wollen bei der DVD nicht ganz so kleinlich sein, denn im Großen und Ganzen gibt es an diesem „Unplugged“-Werk nichts auszusetzen, außer natürlich, dass man sich bei der Auswahl der Songs aus einem solch großen Repertoire noch so viel Mühe geben kann – irgendwer wird immer irgendeinen ganz bestimmten Song vermissen. Kommt die CD schon überzeugend rüber, wird auf der DVD die Spielfreude aller Beteiligten auf der Bühne erst so richtig deutlich, und dann kann man bei rund 100 Minuten LINDENBERG live auch mal über den „Sonderzug nach Pankow“ hinwegsehen.

Die zweite DVD bietet als Bonus ein Making of der Unplugged-Session, was im Gegensatz zu den üblichen Making of-Extras bei Film-DVDs wenigstens mal die Entstehung eines Konzerts zum Thema hat, bei dem nicht die immer gleichen Statements von Schauspielern heruntergeleiert werden, die sie auch bei einem Dutzend anderer Filme zum Besten geben müssen. Dann gibt es noch eine Diashow und zwei Bonussongs („Gerhard Gösebrecht“ und „Das kann man ja auch mal so sehen“), wobei man letztlich nur die herrliche „Klavierlehrerin“ vermisst, die wohl Teil des Unplugged-Konzerts gewesen sein muss (zumindest wurde der Song im Radio als Ausschnitt daraus einmal gesendet). Alles in allem ist man mit der DVD auf jeden Fall noch besser bedient als mit der CD, sofern man wirklich zwischen beiden entscheiden will und nicht ohnehin beide Ausgaben erwirbt.

Anmerkung: Teile dieser Rezension entstammen der zur zugehörigen DVD und wurden aus offensichtlichen Gründen der Inhaltsgleichheit übernommen.

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