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UFO - The Visitor

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Artist UFO
Title The Visitor
Homepage UFO
Label SPV
Leserbewertung
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10.0/10 (4 Bewertungen)

Es gibt Bands, die begleiteten mich schon ein „halbes Leben lang“. Als ich das erste Mal etwas von dem Gespann namens UFO hörte, war es auch schon geschehen. „Prince Kajuku“ und auch „The Coming of…“ zogen mich in ihren Bann und ließen mich danach nie wieder los. Die Ära SCHENKER jedoch hatte für mich persönlich nicht den großen Reiz. Songs wie „Doctor, Doctor“ oder auch „Love to love“ konnten zwar überzeugen, kamen aber nie an die bluesigen Ungetüme vergangener Tage heran. Ein wenig wehmütig und hoffend vernahm ich daher die Kunde, dass Großmeister Phil Mogg wieder das Studio entern würde. Diesmal allerdings ohne seinen ewigen Partner Pete Way. Dieser konnte zur Produktion auf Grund einer schwereren Erkrankung nicht erscheinen. Also nicht das Urgespann ist vertreten, sondern eine leicht aufgefrischte Combo geht hier ans Werk.

Als nun die ersten Klänge von „The Visitor“ meine Ohren fluteten, war es geschehen: Die Hoffnung auf ein Werk, welches an den Stil der Vergangenheit anknüpft, schien sich zu erfüllen. Gleich der Opener „Saving Me“ kommt mit Lässigkeit und lockerem Rock daher und lässt aufhorchen. Mit „Hell Driver“ rockt die Band etwas flotter voran und bedient zwar das eine oder andere lyrische Klischee – aber wen stört das bei einer Band wie UFO? Das folgende „Stop Breaking Down“ ist zwar eine „Quoten-Ballade“ für ein solches Album – aber zumindest eine würdige. Mit einem emotionalen Solo weiß dieses Stück auch im Ohr hängen zu bleiben. Und so arbeitet sich das Album Minute für Minute voran und überzeugt mit tollen Melodien, dem urtümlichen Blues der frühen Jahre und der Erfahrung der alten Herren. Bei „Living Proof“ greift man ganz tief in die Groove-Kiste. Wenn man sich bis zu diesem Stück noch nicht zum lässigen Kopfnicken inspiriert gefühlt hat, hier kommt der Grund endlich damit anzufangen. Ein rhythmischer Blueser mit einem wilden Solo drängt die Nackenmuskeln zum Bewegen. Dazu kommt die klare Produktion. Alles klingt so wie es klingen soll: Die Stimme ist klar und verständlich, die Drums druckvoll und die Saiteninstrumente krachen und quietschen in den besten Tönen.

In diesem Fall hat sich die Vorfreude auf das Album bestätigt. Hier trifft Alt auf Neu und wird zu einer Liaison aus Rock und Blues, die vielleicht nicht neu ist, aber dennoch auf verdammt hohem Niveau spielt. Das was man als Fan der Band erwartet, wird hier eindeutig geboten. OK, ein zweites „Flying“ wird es wohl nie wieder geben. Aber man sollte ja auch nicht zu sehr an den Roots einer Band hängen.

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