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ULI JON ROTH - Scorpions Revisited – Volume 1 (2-CD)

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Artist ULI JON ROTH
Title Scorpions Revisited – Volume 1 (2-CD)
Homepage ULI JON ROTH
Label UDR MUSIC
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Dass ULI JON ROTH auch mit seinen 60 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen zählt, belegt er einmal mehr mit der furiosen Neueinspielung von 19 SCORPIONS-Tracks aus seiner prägenden Zeit bei der Band (1973-1978). Während seiner Zugehörigkeit wurde aus den oft eher sphärisch-tranigen und gern im Jazz/ Blues wildernden Hannoveraner Bengeln eine kernige Hard Rock-Combo von Weltformat, die auch heute noch ihresgleichen sucht und nun ihr 50-jähriges(!)begeht. Doch aller Anfang war schwer und vor allem Anfang der 70er klang man bisweilen so schräg, wie 70er-Rockbands nun mal klangen damals. Allerdings hatte man in Uli schon damals einen absolut herausragenden und virtuosen Klampfer an Bord, der das gewisse Etwas zockte ab dem 2.Album. Allerdings verließ er die Band vor dem ganz großen Durchbruch und wurde von seinem Vorgänger Michael Schenker ersetzt (der aber auch nur ein Jahr blieb und die Band (nach 1969-1973) dann 1979 erneut verlassen musste), dem dann Matthias Jabs folgte.

Zwar konnte man in Japan schon damals mächtig was reißen und Goldene Platten einsacken, aber in Europa und vor allem den USA ging es erst 1979 mit „Lovedrive“ so richtig durch die Decke. Die Basis für diesen Durchbruch ist allerdings zu einem guten Teil auf ROTH gewachsen, der damals auch einige Songs selber sang. Diese Zeit lässt er nun nochmals aufleben. Mit einer großartigen Begleitband spielte er in dem damaligen Proberaum (!) etliche olle Kamellen neu ein, wobei an den Songs so gut wie kaum etwas verändert wurde. Natürlich klingt das 2015 alles viel klarer, fetter und ausgewogener, wurde aber dennoch nicht überproduziert. Neben eher ausufernden Epen wie „The Sails of Charon“, „Polar Nights“, „Dark Lady“, „We´ll Burn the Sky“ oder „Fly to the Rainbow“, bei dem ROTHs außergewöhnliches, einzigartiges und gefühlvolles Spiel besonders zur Geltung kommt, sind es aber auch die kernig rockenden Songs, die überzeugen und einen die uralten Scorps-Schinken mal wieder ausgraben lassen… wer erinnert sich schon noch auf Anhieb an Tracks wie „Longing for Fire“, „Sun in my Hand“, „Catch your Train“ oder „All Night Long“? Bekannt sein sollten dagegen Tunes wie „Virgin Killer“, „In Trance“, „Pictured Life“ oder eben „Fly to the Rainbow“. OK, mit dem tieferen Gesang von Nathan James muss man sich erst anfreunden (da man Klaus Meine ja nun mal mit den Scorps verbindet), er macht aber einen prima Job und sein Timbre passt hervorragend zu dem Material.

Diese fast 110-minütige Doppel-CD eignet sich bestens als Zeitreise in Sachen deutsche Hard Rock-Geschichte und ist jedem Fan des Genres (nicht nur den Scorps und Roth-Supportern) wärmstens zu empfehlen! Zumal Ulis abgepfiffene Griffbrettzaubereien schon alleine die Kohle wert sind!

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