| Artist | ULI JON ROTH |
| Title | Under A Dark Sky |
| Homepage | ULI JON ROTH |
| Label | STEAMHAMMER/ SPV |
| Leserbewertung |
Den Meister der Sky-Guitar dürften wohl so ziemlich alle Rock-Fans auf diesem Planeten kennen. In den 70ern zu Weltruhm gelangt mit den SCORPIONS, musizierte er Ende der 70er bis Mitte der 80er mit seiner eigenen Band ELECTRIC SUN und seitdem als Solokünstler. Mit dem ursprünglichen Hard Rock der Hannoveraner hat Ulis Sound aber schon seit seinem Ausstieg nicht mehr viel zu tun. Dafür ist der Multi-Instrumentalist auch viel zu versiert und so ist seine Musik im Laufe der Jahre immer anspruchsvoller geworden. Neben seinem Klassik-inspirierten Spiel verzapft er auch eigene Soundtracks, ist als Maler und Schriftsteller tätig. Dies soll nun also endlich mal wieder ein Rock-orientiertes Werk sein, nachdem er ja 2006 mit seinen alten Weggefährten 5 umjubelte Alt-Songs auf dem Wacken zockte. Nun gut, Gastmusiker wie Mark Boals (ex-YNGWIE, ROYAL HUNT), Liz Vandall (ex-SAHARA) oder METALIUM-Schlagzeuger Michael Ehre sprechen dafür.
Die ersten beiden Introsongs mit ihren klassischen Arrangements und Tenören eher dagegen. Erst mit dem langen „Land of Dawn“ wird’s etwas rockiger, allerdings eher im opulenten Bombast-70er-Style, denn im eigentlichen Sinne. Das Mitwirken des vielschichtigen Sky Orchestra’s und Sky Choir’s macht sich jederzeit bemerkbar. Handwerklich alles perfekt arrangiert und umgesetzt, nur der altbackene dumpfe Sound passt nicht so recht dazu. Das hat musikalisch höchsten Anspruch, rockt einen aber nicht gerade aus dem Sessel. Wenn die Sky Guitar mal getreten wird, wie in „The Magic Word“ klingt das schwer nach LED ZEPPELIN und ähnlichen Dinosauriern der damaligen Zeit. „Letter of the Law“ tönt dagegen wie eine lighte Mix-Version aus aktuellen MANOWAR und NIGHTWISH-Bombast. Über allem steht natürlich der Meister himself, ohne die Songs allerdings zu zerdudeln. Kernstück zum Schluss ist sicherlich das fast 19-minütige „Tanz in die Dämmerung“, bei dem nahezu alle zahlreichen Facetten des ULI JON ROTH zum Zuge kommen und in einem Monumentaltrack verarbeitet werden.
Auf 70er-Prog/ Rock-Bands oder eben Ulis bisheriges Schaffen muss man aber schon stehen, um zu diesem Album den richtigen Zugang zu finden. Völlig abseits der Norm!

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