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ULME - Tropic of Taurus

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Artist ULME
Title Tropic of Taurus
Homepage ULME
Label NOISOLUTION
Leserbewertung
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6.3/10 (3 Bewertungen)

In Sachen deutscher Noiserock kommt man an ULME kaum vorbei. Nicht nur, dass die Band, die 1991 in Flensburg gegründet wurde ganz wunderbare Musik macht, in der Vergangenheit machte die Urbesetzung bestehend aus den beiden Brüdern Arne und Gunnar Heesch und ihrem Cousin Jan-Eric Heesch auch immer mal wieder mit heftigen Emotionen von sich reden, die schon mal mit Fäusten auf der Bühne ausgetragen wurden. Es folgte 1999 die Auflösung und 2005 die Reaktivierung, jetzt mit Tim Liedtke (ex-SISSIES) am Bass und zwei gelungenen Silberlingen (2006 die EP „The Glowing“ und 2007 die Langrille „Dreams of The Earth“) später stieg aus persönlichen Gründen auch Jan-Eric aus, der erfolgreich vom PENDIKEL-Drummer Lutz Möllmann ersetzt wurde.

In dieser Formation ist mit der Unterstützung von Produzent Kurt Ebelhäuser (SCUMBUCKET, BLACKMAIL) „Tropic of Taurus“ entstanden. Für die Nummer „Orpheus“ hat sich Kurt, der auch am Song mitgeschrieben hat, dann auch gleich für ein Duett mit Arne an den Mikros eingefunden. Das Ganze ist aus einer kurzfristigen Studiosession entstanden und darf wohl stellvertretend für die Gelassenheit und Sicherheit stehen, die ULME inzwischen ausstrahlen. Geblieben sind über all die Jahre natürlich Härte, Wut und Verzweiflung, die ihre musikalische Entsprechung in den ULME-Songs erfahren. Wie etwa beim krachenden Opener „Rubber P.“ oder dem treibenden „Jewels“. Gleichzeitig haben jedoch auch leisere, reduzierter Töne Einzug gehalten, die es vor Jahren auf einer ULME-Platte wohl nicht gegeben hätte. Genannt seien hier „Light In The Trees“ und „Saviour“, die das Trio von einer ungewohnt ruhigen Seite zeigen, die jedoch nichts von der gewohnten Emotionalität und Ausdrucksstärke vermissen lassen. Auch stimmlich hat Arne auf „Tropic of Taurus“ deutlich mehr Möglichkeiten, wie insbesondere „The Web“ zu Gehör bringt. Des weiteren besondere Highlights: Die Doom-Passagen bei „Little Spark“ sowie das intensive „Girl of The Sea“. Fast schon hymnisch sind die Arrangements zu nennen, die „Phoenix Awakens“ begleiten. Besser hätte man das Wiederauferstehen des mythologischen Vogels wohl nicht in Noten umsetzen können.

Überwogen beim Vorgänger „Dreams of The Earth“ noch die apokalyptischen Sounds, scheinen die Hamburger inzwischen etwas versöhnter mit der Welt zu sein. Glücklicherweise bleiben ULME auch wenn sie Liebe und Sehnsucht in ihren Liedern ausdrücken, klanggewaltig, bedrohlich, dunkel und tonnenschwer, selbst wenn sich neuerdings auch schöne, lichte Momente darunter mischen. Übrigens stammt die Cover- und Bookletgestaltung von „Tropic of Taurus“ auch von Arne Heesch, der neben der Musik auch als Maler künstlerisch aktiv ist. Eines seiner Ölgemälde hat er zu diesem Zweck auseinandergenommen und in Teilen wiederverwendet – sozusagen ULME-Musik in Farben…

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