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ULVER - Wars of the Roses

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Artist ULVER
Title Wars of the Roses
Homepage ULVER
Label KSCOPE MUSIC
Leserbewertung
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9.5/10 (6 Bewertungen)

So ganz sicher darf man sich bei einem neuen ULVER-Album eigentlich nie sein. Nur eines ist klar: Nachdem auf den letzten Veröffentlichungen schon diverse Genres vermengt wurden, geschieht dies erneut bei „Wars of the Roses“. Ergo fällt die musikalische Verortung erneut schwer. Da ist es schon seltsam, wie eingängig der Output letztendlich doch ist.

Zu Beginn wundert man sich über den fast schon poppigen Charakter: Im ersten Lied „February MMX“ dominieren Keyboards und Gitarren, der Gesang verschwindet fast im Hintergrund. Poppig vielleicht, aber dadurch nicht anspruchslos, denn die plötzlichen Brüche und die psychedelischen Parts machen es dann doch wieder schwer, das Ganze einzuordnen. „Norwegian Gothic“ beginnt mit Streichern und leisem Gesang, driftet aber häufig Richtung Ambient ab und wirkt fast schon andächtig. „Providence“ geht in eine ähnliche Richtung, erfährt allerdings durch Klavierbegleitung eine gewisse Wärme. Auch „September IV“ ist deutlich düsterer, als es der Beginn der Scheibe vermuten ließ, dann sprechen aber wieder psychedelische Gitarren Classic Rock-Einflüsse werden deutlich. „England“ beginnt mit Chören und besteht nur aus Klavier und Keyboard. Stärker in Richtung Ambient geht dann mit „Island“ inklusive Vogelgezwitscher und Akustikgitarre, genau wie „Stone Angels“, das Orgeln, Soundscapes und quietschende Geigen integriert und etwa eine Viertelstunde andauert. Dabei wird ein Text vorgetragen, der thematisch dort zu finden ist, wo man ULVER-Lyrik meistens verorten kann: In einer Welt des Zerfalls, in welcher der Mensch seinen Platz finden muss. Der Pressetext verrät, dass diese Betrachtungsweise diesmal aus der Vogelperspektive geschieht und dabei Kulturen/ Traditionen im Blick hat, die sich im Verfallsstatus befinden.

Letztendlich fällt es aber schwer, das Album musikalisch einzuordnen: Psychedelic Rock, Ambient, elektronische Musik – viel hat man wieder kombiniert, wobei man sich mitunter wundert, wie gut das alles zueinander passt. Beim Hören mag einem sogar die Assoziation überkommen, man hätte es mit dem bösen Bruder von RADIOHEAD zu tun. Trotz aller Eingängigkeit benötigt es viel Zeit, das Werk komplett zu „durchschauen“. In den vier Jahren Wartezeit sind ULVER jedenfalls wieder einige Schritte fortgeschritten in ihrer Evolution und als anspruchsvoller Musikfan wird man auf jeden Fall (wieder) nicht enttäuscht.

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