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UMBRA ET IMAGO - Imago Picta (DVD/ CD)

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Artist UMBRA ET IMAGO
Title Imago Picta (DVD/ CD)
Homepage UMBRA ET IMAGO
Label SPIRIT PRODUCTION
Leserbewertung
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8.5/10 (4 Bewertungen)

2006 ist das Mozart-Jahr – ich kann es eigentlich schon nicht mehr hören. Allerdings birgt dieses Mozart-Jahr auch für mich noch Überraschungen positiver Art: UMBRA ET IMAGO, und damit natürlich Frontmann und Sänger MOZART bringen eine neue DVD heraus (nach „Die Welt brennt“ aus dem Jahre 2002) – „Imago Picta“, zu Deutsch: „Portraitbild“. Dieser Titel ist für die DVD mehr als treffend. 15 Jahre UMBRA ET IMAGO bieten mehr als genug Gelegenheit, die Geschichte einer skandalösen, provozierenden, mitreißenenden Band zu dokumentieren. Und die Promo verspricht in diesem Fall wirklich viel: „Jetzt erfahrt ihr endlich alles über UMBRA ET IMAGO“. Diese Zusage kann die DVD vielleicht nicht halten, aber dennoch bietet sie alles, was eine DVD den Fans bieten sollte.

Das für die Fans Wichtigste werden vielleicht die Zusammenschnitte aus 15 Jahre Bandgeschichte sein, Aussagen von Mozart und vielerlei Weggefährten. Köstlich z.B. ein Ausschnitt aus der längst verblichenen Talkshow „Hans Meiser“, bei der Mozart erklärt, wieso er die Sexualität auch auf die Bühne bringen will oder der Beitrag von ERIC BURTON (Hardbeat Propaganda/ CATASTROPHE BALLET), der von der Überraschung berichtet, als Mozart sich im Sarg auf die Bühne tragen ließ – was für Verwirrung selbst bei anderen Gothic-Acts sorgte, die dieses Geschehen ebenso wenig wie das Publikum einordnen konnten. Schräg oder ernst? Gut oder niveaulos? Wenn UMBRA ET IMAGO eines schon immer konnten, dann war das spalten – nicht in gut oder böse, aber in Fans und Abgeneigte bzw. Zweifler. Michael und Mozart berichten von Verrissen, die zum Titel des zweiten Bandalbums führten – die „infantile Sexualthematik“ in der Presse wurde zu den bekannten „Infantilen Spielen“. Humor und Selbstironie fehlen den Jungs jedenfalls nicht. Ebensowenig wie eine gesunde Portion Selbstbewusstsein – die UMBRA ET IMAGO zu dem gemacht hat, was sie heute sind.

Außer jeder Menge rarem Material aus der Bandgeschichte gibt es ein Konzert in voller Länge aus dem Jahr 2005 zu sehen, aufgenommen in Dresden. Und jeder, der UMBRA ET IMAGO schon einmal live gesehen hat, wird sich die Finger danach lecken. Nicht nur die Musik, auch die Optik ist immer wieder ein Genuss: Hübsche Mädels, die sich ein wenig „wehtun“ und dabei viel Spaß mit Mozart haben. Wird das Vergnügen auch ein klein wenig getrübt, da der Meister beim Livegesang immer mal wieder einen kleinen stimmlichen Hänger hat, so wird das durch sehr schöne Detailaufnahmen der Show mehr als wettgemacht. Schnelle Kamerawechsel, die vielleicht nicht jedermanns Sache sind, zeigen Bilder vom Konzert aus 7 Perspektiven – jedoch nur bei der „Directors Cut“–Version, die limitiert sein wird, allerdings dafür nicht jugendfrei ausfällt wie die normale Variante, die dasselbe Konzert zeigt – allerdings aus anderen Perspektiven, wenn es im Directors Cut gerade richtig zur Sache geht. Da verzeiht man auch die ein oder andere kurze Unschärfe beim Schnitt auf den Sänger… Songs wie das „Märchenlied“ oder das FALCO-Cover „Amadeus“ dürfen natürlich ebenso wenig fehlen wie „Sagt nein“, bei dem Mozart im Militär-Look jegliche Art von Extremismus anklagt. Lutz und die anderen Musiker sorgen für das notwendige Drumherum – und die Fans für die vollen Hallen und das Durchhaltevermögen, das man als Band braucht, wenn man ein solches Werk produzieren und selbst finanzieren will.

Fazit: Sicherlich keine absolut perfekt gemachte Konzertaufnahme, die für Anhänger der Formation aber gerade dadurch authentisch wird – und zusammen mit der Menge an unveröffentlichtem Material ein Schatz in der Sammlung werden wird. Interviews, Aussagen von Kollegen, alte Konzertausschnitte und vieles mehr aus 15 Jahren UMBRA ET IMAGO stellen dabei einen besonderen Leckerbissen dar, für den andere Bands eine eigene DVD rausbringen würden. Einen Anspieltipp gibt es nicht: Das Seherlebnis „fesselt“ einen sowieso an den Bildschirm…

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