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UNDERGOD - Killove

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Artist UNDERGOD
Title Killove
Homepage UNDERGOD
Label RABAZCO/ SOULFOOD
Leserbewertung
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In diesen Tagen erscheint nun auch in Deutschland das 4. Album der Schweizer Formation UNDERGOD.. Cheffe hat die Scheibe dankenswerterweise schon beim Eröffnungsgig der KRUPPS-Tour, die UNDERGOD. als Opener bestreiten, abgreifen können. Nach dem letzten Album gab es Neu-/ und Umbesetzungen, so sitzt nun Specki als Nachfolger für das aus familiären Gründen ausgestiegene Gründungsmitglied Fran neu an den Drums, mit Maja an der zweiten Gitarre ist erstmals eine Frau im Team. Sie darf auch gleich das Cover von „Killove“ zieren, während sich die Jungs erst im Innenteil des ansprechenden in rot-schwarz gehaltenen Digipack präsentieren. Doch auch die Gitarre hängt sie nicht nur zur Zierde um den Hals, und das hört man auch. So kann man hier nach meinem Genre-Verständnis auch nicht von Industrial sprechen, sondern eher von hartem Gitarrenrock mit sehr straightem Elektroeinsatz, auch wenn Sänger Thommy sich streckenweise anhört wie Trent Reznor.

„Who the f… are you?” – “I’m the monster” tönt es aus den Boxen, ehe es mit der ersten Single “Berlin” gleich mächtig losknallt. Der Titelsong „Killove“ zieht einen mit brachialen Gitarrenriffs und aggressiven Elektroattacken tiefer rein in düstere Gefilde, und „Buy love/ Sell hate“ stampft gnadenlos durchs Unterholz und gehört gleich zu meinen Favoriten. Auch „Black is dead“ kann auf Anhieb punkten, weil sich hier (ebenso wie bei vielen anderen Stücken) die Stärke offenbart, melodiöse Refrains in düstere Härte zu betten – perfekt um sich an einem Freitagabend des Frustes der gelaufenen Woche zu entledigen. „My song“ lässt – da darf man sich wundern – mein Herz als NIRVANA-Fan höher schlagen, denn vor 10 Jahren wäre dieses Stück, freilich anders instrumentiert, eine 1A-Grunge-Perle geworden und gehört im UNDERGOD.-Style zu den weiteren Highlights. „All I have“ kommt hymnisch getragen und dramatisch daher, während ich bei „Slip“ auf meine alten Tage noch zum Headbanger werde. Das hohe Niveau der ersten Hälfte lässt sich leider nicht bis zum Ende halten, so knüpft „Nothing karma“ doch sehr ans bereits gehörte „Black is dead“ an und „Bad temper“ orientiert sich an „Buy love/ Sell hate“. „Discipline in nothingness“ wirkt für meinen Geschmack etwas nervig-frickelig, PRODIGYs „Firestarter“ lässt grüßen. Manche spartenverwurzelten Schreiberkollegen bemängeln denn auch fehlende Eigenständigkeit, okay hier hat schon mal jemand MANSON gehört, auch ZEROMANCER, mit denen sie 2002 auf Tour waren, haben hörbar Spuren hinterlassen, aber mich stört’s nicht. Mich konnten UNDERGOD. live überzeugen, und auch ihr Album hat ohne Umwege seinen Platz in meiner privaten CD-Sammlung gefunden.

Sehr putzig und charmant und irgendwie im krassen Gegensatz zur kalten, rohen Musik auch die Einträge ihrer Eidgenossen im UNDERGOD.-Gästebuch: „Ha mir hüt gad öii nöi schiibe kouft. isch im fau ächt mega und ich freui mich riesig uf öi am frytig.(…) Ehr send eifach hammermässig! Ehr hend grandiosi stemmig gmacht ond esch eifach so geil gsi! Hoffe gseh üch weder emol …ond möched wiiter so.“ Dem schließe ich mich gerne auf hochdeutsch an!

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