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UNDERTOW - Don’t pray to the Ashes…

VN:F [1.9.22_1171]
Artist UNDERTOW
Title Don’t pray to the Ashes…
Homepage UNDERTOW
Label PREVISION MUSIC
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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8.4/10 (7 Bewertungen)

In einem altbekannten deutschen Sprichwort heißt es etwa: “Was hilft es, über verschüttete Milch zu klagen?” Dies ist ebenso sinnvoll, wie zur Asche zu beten – und das haben auch UNDERTOW erkannt, die zwar mit ihrer Gründung 1993 längst nicht so alt wie das Sprichwort sind, dafür aber immerhin aus Deutschland stammen. „Don’t pray to the ashes…” heißt das sechste Album der Schwaben, die schon mit Größen wie ALICE COOPER, DANZIG, CATARACT, FINNTROLL sowie CROWBAR und PRO-PAIN die Bühne teilten. Besonders die letztgenannten wundern einen dabei nicht im Geringsten…

„Don’t pray to the ashes…” bietet staubigsten, kräftigsten und amerikanischten Schwer-Rock allererster Güte, ohne dabei wie viele anderen Formationen abgedroschen zu klingen. Die klassische Kombination aus Metal, Rock und ab und an leichten Hardcore-Anleihen werden von UNDERTOW sowohl technisch als auch kreativ souverän bedient. Straighte Nummern wie „Threedouble Crime“ oder „File Under Unexpected“ strotzen nur so vor Eingängigkeit und Antriebslust, tolles Riffing und knackige Drums treten das Gaspedal ohne Rücksicht auf Verluste durch und jagen dem Rezipienten kräftig durch den Gehörgang – als Erinnerung bleiben einem da nicht nur Blitzer-Fotos im Gedächtnis. Auch bei bedächtigeren Kompositionen wie „Ashtray Memories“ lässt man durch Bass-Gepumpe die Muskeln spielen, bewegt sich aber ebenso filigran durch die Strophen, woran auch Sänger Joachim Baschin enormen Anteil hat. Nicht nur dass er bei dem Trio gekonnt in die Gitarrensaiten greift, mit seiner markanten Reibestimme (einem Wayne Static an manchen Stellen nicht unähnlich) verleiht er den Songs noch das nötigen Flair und weiteren Tiefgang. Wie es das Genre so mit sich bringt, verlangt er seinem Organ da nun keine Weltensprünge ab, in Sachen Intensität und Gefühl variiert er dafür jedoch recht angenehm; so darf es ab und an auch mal ein Shout sein. Weiteren Facettenreichtum bringt der Gastauftritt von Michelle Darkness (END OF GREEN, BURY ME DEEP) bei „Beyond Dreaming“ mit in die gut 51 Minuten (inkl. Hidden-Track) Gesamtspielzeit, ebenso wie er das Stück an sich derart beeinflusst, dass sich ein Peter Steele vor Freude über die gespitzten Zähne lecken würde. Auch legt man Wert auf die unterschiedliche Gewichtung der Einflüsse, so rockt man sich nicht nur durchtrieben durch den Staub oder lässt metallisch die Nackenpartie rotieren, sondern haut mit dem Hardcore-behafteten „Drenched in Gasoline“ mal direkt auf den Putz.

Auf „Don’t pray to the ashes…” bekommt man somit so ziemlich all das, was man als Freund von CROWBAR oder auch Gruppierungen wie SOIL erwartet. Das Genre-Rad ist mit dieser Scheibe zwar immer noch genau so rund, wie es erfunden wurde, jedoch unterhalten die zehn (+ 1) Klangwerke ohne wirkliche Abnutzungserscheinungen. Man konzentriert sich auf Gradlinigkeit und die Einhaltung des selbst gesetzten Rahmens und ist damit auch bestens bedient, denn hier liegen eindeutig die stärken von UNDERTOW: starke, druckvolle Nummern wie „The bitter taste“ oder „Art of falling“, auf den Punkt gespielt und durch manches Sample oder exotische Ausflüge wie das kurzzeitige, orientalische Intermezzo bei „Threedouble Crime“ angereichert. Da brauch man sich dann auch echt keine Gedanken mehr über Milch zu machen… Anhören!

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