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UNHEILIG - Große Freiheit

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Artist UNHEILIG
Title Große Freiheit
Homepage UNHEILIG
Label UNIVERSAL
Leserbewertung
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7.6/10 (28 Bewertungen)

Aus dem Hause UNHEILIG gibt’s Neues – oder vielleicht nicht ganz so Neues. Neu ist die siebte Langrille „Große Freiheit“ und geblieben ist der bewährte UNHEILIG-Sound, der von der markanten Stimme des Grafen und mal sehr synthetischen, dann wieder deutlich rockigeren Klängen dominiert wird. Spätestens seit den Auftritten des charismatischen Fronters und Masterminds in der Pro-Sieben-Show „Frank der Weddingplaner“, in der er im Herbst 2006 die Titel „Mein Stern“ und „Astronaut“ performt hat, läuft UNHEILIG nicht nur bei der schwarzen Gemeinde, wovon auch veritabler 13. Platz in der Albumcharts der letzten Full Length „Puppenspiel“ zeugt.

Die Vorab-Single-Auskopplung „Geboren um zu leben“ marschierte gar direkt bis auf Platz 3 der Single-Platzierungen durch. Die gefühlvolle Nummer mit viel Drive bringt zweifellos das nötige Rüstzeug mit, um die Nachfolge von „Mein Stern“ anzutreten. Zu Streichern und Kinderchor lässt es sich hervorragend mitsingen und live dürften auch bei diesem Track die Wunderkerzen brennen. Natürlich fehlen aber auch die krachenden Momente nicht auf der großen Fahrt, zu der UNHEILIG eingeladen haben. Nachdem der Dampfer mit „Das Meer“ und viel Tamtam in See gestochen ist, gerät das Schiff zu NDH-Klängen in „Seenot“ ohne eingängige Harmonien außer Acht zu lassen. Sehr tanzbar schließt sich „Für immer“ an, ehe es mit wummernden Gitarren und Echolotgeräuschen „Abwärts“ geht. Bei „Halt mich“ ist erneut viel Gefühl angesagt, um wenig später „Unter Feuer“ wieder Druck zu machen. Der Titelsong „Große Freiheit“ vereint erneut Melancholie, satte Instrumentierungen und eingängige Refrains, die auf der kommenden Tour mit Sicherheit aus sämtlichen Kehlen erklingen werden. Für das Seemannsfeeling gibt’s zudem ein dezentes Schifferklavier, das bei „Ich gehöre mir“ bereits wieder in der Versenkung verschwunden ist. Stattdessen wird der Sound von knackigen Gitarrenwänden beherrscht, die beim „Heimatstern“ zugunsten von zarten Synthieflächen und dezenten Strings weichen. Dramatisch schließt sich das „Sternbild“ mit stampfenden Beats an. Wie es sich für den Grafen gehört, werden diese von einem knackigen Chorus begleitet, während er „Unter Deiner Flagge“ erneut sanfte Töne anschlägt. „Fernweh“ plagt den glatzköpfigen Entertainer, wie er rhythmusbetont zum Besten gibt, um schließlich „Neuland“ zu betreten. Musikalisch bleiben sich UNHEILIG jedoch treu und mixen erneut einen süffigen Cocktail aus melodramatischem Electro-Pop und knackigem Rock.

Dank seiner Medienpräsenz (wobei ich mich frage, ob es der Graf wirklich nötig hat, in irgendwelchen Makler-Soaps aufzutreten) ist die UNHEILIG-Fangemeinde in den letzten Jahren auch außerhalb des Gothic-Lagers stark gewachsen (das merkt man spätestens dann, wenn bis dato völlig Szenefremde Arbeitskollegen auf den Sound steil gehen, Anm. der Red.). Mit seinem aktuellen Output wird der Graf die Herzen seiner langjährigen Szene-Fans im Sturm erobern und auch die Seiteneinsteiger werden Gefallen an den durchweg hörenswerten Songs finden. Die diversen Hörer werden sicher unterschiedliche Prioritäten setzen, aber „Große Freiheit“ bietet wirklich für jeden etwas, ohne sich peinlich anzubiedern. Der Graf weiß einfach wie man’s macht…

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