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UNHEILIG - Schutzengel

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Artist UNHEILIG
Title Schutzengel
Homepage UNHEILIG
Label FOUR.ROCK/ TCM
Leserbewertung
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6.9/10 (17 Bewertungen)

Unglaublich, wie viel songschreiberisches Potenzial im Grafen steckt! Schon kurze Zeit nach dem sehr erfolgreichen Album „Das zweite Gebot“ erscheint bereits wieder eine EP mit neuem und altem Material. Aufhänger ist der meiner Meinung nach beste Song der Full Length CD, „Schutzengel“, ein wunderbar hymnisches und auch romantisches Stück. Andere Bands hätten jetzt vielleicht den Titeltrack 10 mal remixen lassen, um damit auf eine annehmbare Länge zu kommen, aber nicht UNHEILIG, hier wird wirklich etwas fürs Geld geboten.

32 Minuten könnten andernorts gar als vollständige Veröffentlichung gewertet werden, aber der Reihe nach. Neben der Originalunterschrift des Grafen auf der stimmungsvollen CD-Hülle gibt es den Schutzengel als Original-Albumversion und in einer orchestrierten Variante, welche die Verletzlichkeit und den Bombast des Stücks noch besser herausarbeitet. Auch „Vollmond“ ist vom zweiten Gebot bereits bekannt, hier wurde lediglich zugunsten einer Radioversion etwas komprimiert. Ein schnelles und im Albumkontext ordentliches Stück, was relativ gesehen immer noch locker viele andere Konkurrenzkompositionen aussticht. Dazu gesellen sich gleich 4 neue Songs, der Graf scheint sich die Ideen nur so aus den (Leder-)Ärmeln zu schütteln. Auch die Vorliebe zu nur aus einem Wort bestehenden Titeln trägt hier neue Früchte, hier seien „Zinnsoldat“, „Damien“ und „Bruder“ genannt. „Zinnsoldat“ ist der kompakteste Track, ein Tanzbudenbrecher mit militärkritischem Text, der „Maschine“ nicht unähnlich. „Damien“ behandelt – wie sollte es anders sein – die Geschichte von Satans Sohn in den Omen-Filmen. Mit über 6 Minuten das längste Lied baut sich zwischen den einzelnen Parts eine unnachahmliche Dynamik auf, die sich jeweils im Refrain entlädt, nachdem die Strophen eher gehaucht werden. „Bruder“ fällt etwas unspektakulär aus, ein unauffälliger Midtempo-Stampfer. Danach beendet eine Cover-Version die EP, gleichzeitig das einzige in englisch zum besten gegebene Stück. Damit schließt der Graf nahtlos den Kreis zu „This Corrosion“ von der „Maschine“-EP. Allerdings ist hier die Vorlage wesentlich obskurer, nach längeren Recherchen stellte sich heraus, dass es sich um einen Song der holländischen Formation TRANSPUNK, genauer von deren „Jazz Monster“ Album (1999) handelt. Man hat sich offensichtlich bei Studio-Aufnahmen kennen gelernt, denn TRANSPUNK betreiben auch eine bekannte Produktionsstätte in den Niederlanden. Übrigens tourten eben jene schon mal mit GOREFEST, als kleine Info für die Metaller unter den Lesern. Inwieweit UNHEILIG das Stück verändert haben, kann ich schlecht nachvollziehen, aber so hört es sich jedenfalls relativ ruhig an, mit leichtem Jahrbudencharme.

Jedem alten Fan des Grafen müsste mittlerweile das Wasser im Munde zusammengelaufen sein und auch alle anderen, die sich zwischen Metal und Elektronik wohlfühlen, dürfen hier zugreifen. Aber Geschwindigkeit ist angesagt, denn das Teil wurde nur auf 2.222 Stück limitiert und soll nicht wieder aufgelegt werden. Live gibt es UNHEILIG bald wieder auf dem Mera Luna 2003 zu erleben!

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