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UNLOVED - Pay One Bliss With Another

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Artist UNLOVED
Title Pay One Bliss With Another
Label KICK THE FLAME
Leserbewertung
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5.7/10 (3 Bewertungen)

UNLOVED kommen aus Leipzig und haben sich einen Mix aus Rock, Experimental und Nu Jazz auf die Fahnen geschrieben. Im Mittelpunkt steht dabei Frontfrau Shya, die von ihren drei Mannen an den Instrumenten tatkräftig unterstützt wird. Bereits seit 2004 begeistert die Formation nach eigenem Bekunden die Gothic-Metal-Szene, auch zwei EPs wurden schon veröffentlicht, nur mit der Full Length hat es aufgrund widriger Umstände ein wenig länger gedauert. Jetzt ist es mit „Pay One Bliss With Another” jedoch soweit und es gibt zwölf Songs aus der UNLOVED-Lied-Schmiede auf einem Silberling zu hören.

UNLOVED wollen eingängige Musik in unkonventioneller Machart servieren – was allerdings vom Mainstream meilenweit entfernt ist. Entsprechend empfangen den geneigten Hörer mit dem Opener „Tempest“ zunächst einmal auch allerlei Störgeräusche, bis es schließlich lieblichen Gesang zu hören gibt. „All At Sea“ beginnt mit viel Tempo, um dann ein bis zwei Gänge zurückzuschalten. Das Ganze erinnert an Neunziger-Crossover mit einem gewissen Hang zur Nervosität, während „Final Person“ mit stoischem Sprechgesang überzeugt. „Sober“ treibt mit Stakkatosounds über den Dancefloor, wohingegen „Day Off“ sich Zeit zum jazzigen Frickeln nimmt. „The Home You Could Have Found“ nimmt den Jazz-Faden auf und verwebt ihn zu metallischen Störfeuern, bevor „Really Soon Now“ entspannt fortfährt. Der nächste Track heißt „Aha Nammar“ – dargestellt wird der Titel in orientalisch anmutenden Schriftzeichen und ein wenig orientalisch mutet auch der Song mit seiner literarischen Kunstsprache Quenya an. „Fraud Ridicule“ schlägt im Folgenden abermals härtere Töne an, die jedoch allerlei genreübergreifendes Beiwerk erhalten. „Deadlock“ verlegt sich derweil zunächst auf dezente Klänge, die am Ende jedoch auch Platz für krachende Intermezzi lassen. „Redundancer“ und „Saviour“ beenden das Style-Hopping letzten Endes mit finalen Brückenschlägen zwischen hart und zart.

Für meinen Geschmack ist die Musik auf „Pay One Bliss With Another” allzu verfranst. UNLOVED wollen insgesamt zu viel und bekommen ihren avantgardistischen Anspruch nicht über die gesamte Albumlänge transportiert. Eine Fokussierung auf zwei, drei Stilrichtungen hätte meinen Ohren auf jeden Fall gut getan, und wenn der Jazz dabei durchs Raster gefallen wäre, hätte ich mich bestimmt nicht beschwert. Vielleicht gehöre ich aber auch zu denjenigen, die den großen Ambitionen der Sachsen einfach nicht folgen können, weil der nötige Zugang fehlt.

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