Band Filter

UNMOORED - Indefinite Soul-Extension

VN:F [1.9.22_1171]
Artist UNMOORED
Title Indefinite Soul-Extension
Homepage UNMOORED
Label CODE666
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Und wieder versucht sich eine schwedische Death Metal Kapelle in den skandinavischen Haifisch-Gewässern freizuschwimmen, in denen es von Original und Klonen nur so wimmelt. Diesmal sind es UNMOORED, die einem breiteren Publikum bis dato sicher noch nicht so bekannt sind, auch wenn man nun schon das dritte Album unters Volk wirft. Seit 1993 sind sie aktiv, in wechselnden Besetzungen, lediglich Shouter Christian Älvestam bleibt eine Konstante. Die ersten beiden CDs veröffentlichte man beim kleinen Label Pulverised aus Singapur, „Kingdom of Greed“ konnte ich damals durch Zufall ergattern und zeigte schon das hohe spielerische Potenzial auf. Als die Zusammenarbeit endete, fiel man in ein mittelschweres kreatives Loch, man musste sich mit einer neuen Promo (schlicht „Promo 2001“ betitelt) wieder auf Labelsuche begeben. Code666 biss an und so taucht man 2003 mit dieser neuen Scheibe wieder auf, welche in klassischer Dreierbesetzung im Abyss-Studio aufgenommen wurde. Älvestam und Drummer Schönström agieren übrigens nebenbei auch bei SOLAR DAWN und INCAPACITY, die ja auch gerade debütierten.

Ohne Intro geht es gleich in die vollen, bereits der Opener „Unspeakable Grief“ zeigt die Marschrichtung auf. Eine Mischung aus typisch schwedischen und amerikanischen Riffs kombiniert mit der variablen Stimme Älvestams sorgt für Kurzweil. Neben den tiefen kehligen Grunts wurden auch viele cleane Gesangparts integriert, die vielleicht noch ein wenig ausdrucksstärker hätten ausfallen dürfen. Dafür entschädigen die erstklassigen Solis des erst 22 jährigen Johansson, der die Band kurz nach den Aufnahmen verließ, mittlerweile aber wieder ins musikalische Nest zurückkehrte. Tempiwechsel gibt es viele, es wird auch mal schnell geschreddert (besonders in den Stücken 5 und 6), zumeist hält man sich aber im Midtempogefüge auf und versucht dabei, anspruchsvoll und dennoch nachvollziehbar zu bleiben. „Leave-taking“ z.B. begeistert mit einem schönen Akustik-Part. Johan Åstrand und Mats Johansson ergänzen als Session-Musiker die Kompositionen mit Keys und Violine. Während die Violine nur einmal kurz am Ende eingesetzt wird, erklingen die Synthies sehr oft im Hintergrund, dezent und zur Flächendeckung.

UNMOORED haben mit diesem Album sicherlich das beste und facettenreichste Stück Musik ihrer Karriere eingespielt, wie weit sie damit kommen, wird sich zeigen, denn neben Können gehört heutzutage auch marketingtechnisches Geschick zum Erfolg. Zu den besseren Kapellen in ihrem Genre gehören sie allemal, lediglich DAS große Überflieger-Stück fehlt. Zumindest eine vernünftige Distribution ist nun gesichert und das haben sie sich nach 10 Jahren volle Höhen und Tiefen auch verdient!

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu UNMOORED