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UNTER NULL - The Failure Epiphany

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Artist UNTER NULL
Title The Failure Epiphany
Homepage UNTER NULL
Label ALFA MATRIX
Leserbewertung
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Es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich eine überschwängliche Bewertung über die EP „Sick Fuck“ abgegeben, und nun komme ich auch in den Genuss, das vollständige Album „The Failure Epiphany“ anzuhören und mir eine Meinung zu bilden. Erica Dunham bringt eine konsequente Erweiterung ihrer EP auf den Markt, Industrial-EBM à la SUICIDE COMMANDO gepaart mit einer weiblichen Stimme, jedenfalls soweit man das noch durch den verzerrten Gesang erkennen kann. Der gute Sound und der ungewöhnliche Gesang machen die Sache relativ neuartig, leider relativiert sich dies zu großen Teilen auf dem Album, hier wird eher durchschnittliche Elektro-Mucke mit kleinen ekelhaften Technoelementen präsentiert, die keinerlei Eigenständigkeit bietet, außerdem ist der Gesang durch die Distortion ziemlich vernichtet worden.

Dies ist streckenweise so schlimm geworden, dass man nicht einmal mehr den Text verstehen kann, geschweige denn tatsächlich eine Frau hinter dem Mikro vermutet. Lichtblicke gibt es viel zu wenige, am besten klingen noch die Stücke „Destroy me“, „Scilence“ und „Stray“, wobei das letzte sogar gut für die Disko geeignet ist, das war es aber auch schon. Die Album-Versionen von „Sick Fuck“ und „Your Nightmare“ sind kaum erwähnenswert, da war die EP wahrlich besser und konnte noch eine gewisse Begeisterung auslösen.

Auf gut deutsch ist „The Failure Epiphany“ eher ein Schuss nach hinten, ich hatte mir viel mehr erwartet, und ich würde mir die CD alleine wegen der genannten drei Titel nicht kaufen. Vielleicht gibt es ja ein paar Leute, die sich mit der Qualität begnügen und es als HOCICO-Methadon verwenden, aber eine Empfehlung kann von mir heute keiner erwarten.
Neo

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„The Failure Epiphany“ ist das mit großer Spannung erwartete Debüt der Musikerin Erica Dunham aka UNTER NULL. Erika stammt aus Seattle, was beweißt, dass nicht nur Gitarrenmucke aus dieser Ecke der Staaten kommt. Auf 13 Tracks setzt sie an, die von Männern dominierte „Hellektro-Szene“ gehörig aufzumischen und Bands wie AGONOIZE oder SUICIDE COMMANDO ordentlich in den A… zu treten. Des weiteren verarbeitet sie hier musikalisch die Trennung von ihrem Freund, und ähnlich wie man bei einer Trennung sehr viele verschiedene Gefühle er- und durchlebt, setzen sich diese Gefühlsschwankungen auch durchgängig auf dem Album fort.

Der Opener „Bloodlust“ scheint schon fast die gesamte Verzweiflung eines solchen Ereignisses widerzuspiegeln, sehr melancholisch wirkende Klänge leiten ihn ein, entladen sich in harschen Beatattacken, um ein Wechselspiel zwischen den Empfindungen Trauer und Wut zu veranstalten. Im weiteren Konzept des Albums wird dieser Dualismus fortgesetzt, sowohl bei einzelnen Tracks, gleich in der Folge: „Martyr“, als auch bei der Trackauswahl. Nach „Martyr“ hauen mit fetten Bassläufen und Trancesequenzen „Your Nightmare“ und „Feed the lie“ kräftig rein. „Destroy me“ und „You have fallen from Grace“ scheinen eher in den Momenten entstanden zu sein, in denen die Trauer überwog. Der zehnte Track „Stray“ gehört zu meinen Favoriten dieses Albums, entspannende Ruhe weicht Härte und eingängigen Synthlinien, und zu einer Textzeile wie „I wish you dead“ muss man nicht mehr viel sagen. Deutlich verschärfter geht dann „ZombieBoy“ zu Werke, während gerade der letzte Song „Desire“ fast wie ein Lichtblick zum Schluss wirkt.

„The Failure Epiphany“ wird zwar deutlich in die Schiene „Hellektro“ einzuordnen sein, grenzt sich aber dennoch durch seine Gestaltungsweise ab, und zwar durch eine gehörige Portion Emotion, die dafür sorgt, dass das Album fast während der gesamten Dauer sehr fragil wirkt.

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