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UNTOTEN - Zombie 1

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Artist UNTOTEN
Title Zombie 1
Homepage UNTOTEN
Label GERMAN HORROR PUBLISHING
Leserbewertung
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2.3/10 (11 Bewertungen)

Wo Zombie draufsteht, ist auch Zombie drin. Auf „Zombie 1“ geht es jedenfalls auf fast einer Stunde Länge ums Fressen und Gefressen werden, durch Untote, versteht sich. Und damit gleich von Anfang an klar ist, dass die UNTOTEN Gothic als das ironische Genre begreifen, das es eigentlich immer schon gewesen ist, heißt es gleich im ersten Track, beziehungsreich „Ein Zombie hing am Glockenseil“ (RIP Lucio Fulci!) betitelt: „Ich spuck dem Zombie ins Gesicht, ich weiß, das mag der Zombie nicht …“ Haha!

Aber bei allem Augenzwinkern geht es natürlich trotzdem auch um das klassische Horrorfilmthema, das uns seit Frankensteins Monster begleitet: um die Einsamkeit des Ungeheuers, die gepeinigte Seele hinter dem verfaulenden Fleisch. Besonders schön umgesetzt ist das in „Stille in den Städten“, das sich zwar an sehr konventionellen Rockmustern orientiert, aber mit dem kühlen Gitarrenriff und dem allenfalls angedeuteten Solo genau die richtige Mischung aus Emotionalität und Distanz erzeugt. Tatsächlich ist vom Schlager-Goth der jüngeren UNTOTEN-Zeit nicht mehr viel zu spüren, auch wenn die Texte nach wie vor überwiegend deutsch sind: Es dominiert Rock der etwas härteren Gangart, angereichert durch elektronische Elemente. Wie gut das funktioniert, hängt davon ab, wie überzeugend die Songideen ausfallen, die sich die UNTOTEN haben einfallen lassen. „Tempelkrieger“ oder „Abgrund“ punkten mit einem schönen schweren Beat und bratzigen Gitarren, und der kühle Gesang von Greta Csatlós sorgt dafür, dass es nicht zu rockig wird: In solchen Augenblicken macht „Zombie 1“ richtig Spaß.

Generell gilt für diese Platte: Je höher der Trash-Faktor, desto besser. Schon allein für Songtitel wie „Zombies In The Night“ haben UNTOTEN einen Preis verdient, und das Instrumental „Day Of The Dead“ (Hallo George) ist ein schöner Rückgriff auf die einsamen, stillen Klangwelten der frühen CURE der „Seventeen Seconds“-Ära. Trotzdem kann „Zombie 1“ nicht komplett überzeugen. „Finsternis“ ist textlich und musikalisch schon wieder so dick aufgetragen, dass man sich fragt, ob UNTOTEN das nicht doch vielleicht alles ein bisschen zu ernst meinen. Außerdem trägt Gretas Stimme, wenn so richtig ums Singen geht, eben doch nur begrenzt, wie sich bei „Schwarzer Oktober 1“ noch deutlicher zeigt. Und überhaupt: Die ganze Zombie-Nummer, die ja inzwischen auch nicht mehr so richtig neu ist, wirkt auf ganzer Albumlänge doch ein bisschen ermüdend, trotz der Konzept-Liebesgeschichte von dem netten Kerl, der sich in eine Frau verliebt, die dann rein zufällig… Genau. Kennen wir schon. Schade eigentlich.

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