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UNZUCHT - Engel der Vernichtung

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Artist UNZUCHT
Title Engel der Vernichtung
Homepage UNZUCHT
Label EIGENPRODUKTION
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.8/10 (11 Bewertungen)

Der Duden gibt zu dem Wort „Unzucht“ an, dass es sich um einen veralteten Ausdruck für „gegen die sittliche u. moralische Norm verstoßendes Verhalten“ handelt. Was soll man nun von einer Band halten, die sich dieses Wort auf die Flagge schreibt? Und vor allem frage ich mich, was für einen Stil eine solche Band wählt. Meine ersten Gedanken gingen in Richtung Black Metal – nicht zuletzt auch auf Grund des Albumtitels.

Doch so ist das nun mal mit den „Vorurteilen“. In vielen Fällen treffen sie nicht zu. Denn was den Hörer hier erwartet, ist eine gelungene Mischung aus Elektronik, Gitarren, intelligenten Texten und angenehmem Gesang. Der Opener und Namensgeber der EP zeigt auch gleich in der ersten halben Minute, was ich meine. Rhythmusgebende Elektronik, die zuweilen an ASP erinnert, druckvolle Gitarren und Lyrik, die im Ohr hängen bleibt, wissen zu überzeugen. Nach kurzer Zeit erwischt man sich selbst, wie man rhythmisch den Kopf schüttelt oder gar mitsummt. Der folgende Song „Meine Liebe“ verweist vor allem im Refrain an die ERBEN DER SCHÖPFUNG (und ich beziehe mich speziell auf den Song „Elis“, der später Namensgeber der Nachfolgeband wurde). Das soll aber kein Plagiatsvorwurf sein – vielmehr ein Querverweis auf mögliche Roots von UNZUCHT. Mit „Schwarzes Blut“ wird man Industriallastiger. Erste Gedanken an RAMMSTEIN keimen auf. Jedoch ist die inhaltliche Darbietung weitaus geschmackvoller und nicht geradlinig provokant gestaltet. Daher vergeht auch dieser Gedanke recht schnell. Den Abschluss dieser EP bildet „Während wir uns verlieren“. Eine Elektroballade mit tiefgehender Lyrik, die zu gefallen weiß. Dieses Stück ist wohl mit seiner Melancholie und dem Tiefgang einer der Gründe für ein erneutes Play-Taste-Drücken, wenn die CD zu Ende ist. Auch am Klang gibt es nichts zu meckern. Die synthetischen Sounds klingen kühl und kontrolliert und werden vom passenden Gitarrenklang begleitet. Der Gesang ist grundsätzlich sauber und gut verständlich.

Ich muss gestehen, dass ich nur bedingt ein Anhänger solcher elektronischer Musik bin. Und vielleicht gerade deshalb bin ich von dieser CD so angetan. Die getragene Art der Stücke, die kontrollierte Aggression der Elektronik und die tiefgehenden Texte wissen einfach zu überzeugen. Mit Freuden legt man sich in den Schatten, den die Schwingen des Engels der Vernichtung werfen. Reinhören ist Pflicht!

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