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UP TO NO GOOD - A Glimpse Of Truth

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Artist UP TO NO GOOD
Title A Glimpse Of Truth
Homepage UP TO NO GOOD
Label WOODHOUSE
Leserbewertung
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8.3/10 (3 Bewertungen)

Was bitteschön ist „New Art Rock“? Und vor allem: was steckt hinter diesem eigenartigen, doch recht aussageschwachen Genre-Neologismus? Frei nach dem Motto: „Schietegal!“, können UP TO NO GOOD, fünf „New Art“-Rocker aus Paderborn und damit Initiatoren dieses Begriffes, wohl mit diversen Bezeichnungen für halbwegs moderne Gitarrenmusik in Verbindung gebracht werden, wenngleich mir der eine flüchtige Blick auf die musikalische Wahrheit, der „Glimpse Of Truth“ sozusagen, eines doch sehr deutlich vor Augen führt: mit „unverwechselbar und einzigartig“ haben die fünf Neo-Künstler doch ein wenig zu dick aufgetragen.

Mit dem abgehackten, DOPEigem Core-Verschnitt „Office“ als Opener hinken sie gleich schon ein wenig hinter ihrer Zeit her. Schließlich ist die frühe Nu Metal-Ära bereits eine ganze Weile her und alles andere als aktuell, so dass auch die rockig melodische, halb gerapte PAPA ROACH-Anleihe „Forsaken“ kaum Aufsehen erregt. Groovige Stücke wie „Worst Mistake“ und „Innocence“ kommen sofort etwas mehr in die Puschen, vor allem weil der Bass gut drückt und Drummer Benjamin den Kompositionen ordentlichen Antrieb verleiht. Der Gitarrensound geht ebenso, rockig-distorted und alternativ-metallisch wie er ist, nach Vorne, experimentiert wird jedoch auch mit kurzen Soli und Gebrette. So solide wie die Instrumentalisten kann sich der phasenweise von Basser Frederik unterstütze Sänger Raphael wiederum keineswegs präsentieren. Seine Stimme wackelt nicht nur ziemlich arg, sie ist zudem auch noch auf Dauer recht nervtötend. Atmosphäre kommt da höchstens bei gemeinsam gesungenen Passagen auf, wobei sich klar zeigt, dass der Bassist gleichzeitig auch der wesentlich qualifiziertere Sangesknabe ist. Unter Beweis kann er dies vor allem bei den melodischen, fast balladesken Stücken stellen, von denen sich „Demons“ als klarer Gewinner der Platte heraus kristallisiert. Zwar ist auch hier kein total überragendes Werk geschaffen worden, doch gerade das Songwriting pusht die Nummer ziemlich, womit sie zugleich auch schön eingängig daher kommt.

Für die durchaus mit Abwechslung bedachten Kompositionen gibt es daher einen ehrlichen Pluspunkt, aufgrund des amateurhaften Auftretens des Sängers sinkt das Niveau der Platte jedoch. Zudem fahren UP TO NO GOOD nur mit altbekannten Mitteln auf, was die eigens für die Band neu geschaffene, mit reichlich Innovation werbende Nische „New Art Rock“ direkt wieder im Nichts verpuffen lässt. Anstatt einfach nur zu prahlen und trotzdem unter dem versprochenen Level zu bleiben, sollte das definitiv vorhandene Potenzial für ein gehaltvolleres Zweitwerk in andere Bahnen gelenkt werden.

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