| Artist | UWE LULIS PROJECT |
| Title | Analog |
| Homepage | UWE LULIS PROJECT |
| Label | UWESEN RECORDS |
| Leserbewertung |
Das UWE LULIS PROJECT entstand 2020 während der Coronazeit, als der Gitarrist und Produzent Uwe Lulis (ACCEPT, GRAVE DIGGER, REBELLION) den Lockdown-Stillstand nutzte, um sich wieder intensiv um eigenen Songs zu kümmern. Nachdem er im vergangenen Jahr nach mehr als zehn Jahren bei ACCEPT ausgestiegen ist, rückte das UWE LULIS PROJECT endgültig in den Fokus. Aufgewachsen ist der 60-jährige in Osnabrück, er lebt jedoch in Frankfurt, wo er zudem die Black Solaris Studios betreibt. Aus dem Frankfurter Raum stammt auch die Band, mit der der gelernte KFZ-Mechaniker seinen Erstling „Analog“ aufgenommen hat: Cord Kunze ist ein etablierter Bassist in der Frankfurter Rockszene, Katharina ‚Knattadrum‘ Kunnert bearbeitet nicht nur die Felle, sondern auch die weißen und schwarzen Tasten, während Erdmann Görg für den Gesang zuständig ist. Dass der Chef, der als Kind am Konservatorium klassische Gitarre gelernt hat, dem Sechssaiter allerliebste Töne entlockt, versteht sich von selbst.
Gleich mit dem Opener „You Don’t Know My Name“ liefert der Vierer mein persönliches Highlight ab! Los geht’s mit elektronischem Pling-Pling, das alsbald von krachenden Melodien und rauem Gesang abgelöst wird. Die Riffs lassen mich kurz an die kanadischen Hardrocker von DANKO JONES denken, bevor mit „Faust (To Hell And Back)“ ein langjähriger Freund von Uwe auf den Plan tritt. Die Rede ist von Alexander Spreng, der insbesondere in der Schwarzen Szene besser als ASP bekannt ist. ASP übernimmt an dieser Stelle den Part des Mephistopheles und liefert sich – basierend auf der Studierzimmerszene aus Goethes Faust – im Duett mit Erdmann eine gesangliche Auseinandersetzung mit jeder Menge Power. Beim nachfolgenden „Midnight In The Night of Ghosts“ hört man zunächst eine Kinderstimme, auf die grollende Vocals und eine Nummer im Midtempo folgen. „Shadowking“ kommt mit dunklem Timbre und sattem Groove daher, bevor „Lady Nosferatu“ und „The Battle“ druckvoll übernehmen. „Fireflies“ und „Ballad of The Lost“ sorgen für ein wenig Abwechslung im handgemachten Sound, der dank „Deceiver“ straight nach vorn drängt. „Emerald of The Dark“ legt noch ne Schippe drauf und das finale „The Drive“ greift für einen kurzen Moment noch einmal in die Elektro-Trickkiste, ehe ein letztes Mal Hard Rock alter Schule serviert wird.
Dass beim UWE LULIS PROJECT alte Hard’n’Heavy-Werte hochgehalten werden, sieht man bereits an den langen Haaren der vier Musiker:innen. Zudem ist Schwarz die dominierte Farbe bei der Klamottenwahl und die Mucke auf „Analog“ im besten Sinne oldschool und durch die dezent eingesetzten elektronischen Elemente nicht überfrachtet. Das hohe Level der beiden ersten Songs konnte zwar über die gesamten elf Lieder nicht gehalten werden, aber hier wird auf jeden Fall solides Handwerk mit Herzblut und Authentizität abgeliefert.

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