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(V.E.G.A.) - Cocaine

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Artist (V.E.G.A.)
Title Cocaine
Homepage (V.E.G.A.)
Label DEBEMUR MORTI
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Grundsätzlich mag ich solche recht mysteriösen und kranken Black Metal-Bands (z.B. < CODE > oder damals ABRUPTUM) recht gerne. Wenn das richtig aufgezogen wird, kommt so ein Image der Marke „keiner weiß was genaues, aber die Jungs sind true“ doch ganz cool. Über die Jungs von (V.E.G.A.) weiß man nur soviel, dass die beiden Chefs Ravez und Janos irgendwann aus Italien nach Norwegen ausgewandert sind, um sich dort zusammen mit Kekoz der Black Metal-Szene anzuschließen. Auf jeden Fall ist „Cocaine“ irgendwie schon mehrere Jahre alt und wurde auch schon in verschiedenen Versionen in kleinen Auflagen veröffentlicht. Die Band gibt es nicht mehr, aber dafür die Legende um so mehr. Denn was das französische Label nun mit neuem Booklet noch mal an den Start bringt, ist echt krank…

Auf den ersten Blick ist es wieder mal eine schlecht produzierte Schepper-Platte, die keinen wirklich interessiert. Doch nimmt man sich etwas mehr Zeit, entdeckt man so einige Perlen der kranken Schwarzkittel-Kunst. So lassen sich (V.E.G.A.) nicht in den bekannten Rahmen des truen Black Metals einsperren, sondern fügen dem urtümlichen Gebretter noch einige sehr abgefahrene Sounds hinzu. Das fängt schon beim verzerrten Intro-Soundgebilde an, welches übrigens lt. Booklet einen deutschen Text haben soll (1:1 übernommen): „Ich reiss mir die Adern aus. Mein Blut schwartz und krank, fliesst heraus. Im toten Bett, Fressen fliegen. Meine geronnene, Dunkelheit“. Wirklich verstanden habe ich diese Worte in dem Intro zwar nicht, aber dieser unverständliche Kinder-Singsang, der nach Schellack klingt, kommt doch sehr sehr krank und cool rüber. Danach geht es dann erst mal mit dem schon erwähnten Geschepper los. Verzerrte Gitarren, scheppernde und rasende Drums und in den Hintergrund gemischte, dumpfe Krächz-Vocals, die kein Schwein versteht. Hat man die beiden Bretter-Songs überstanden sowie die Highspeed-Passage von „Beton #1“, findet man endlich die Merkmale, die „Cocaine“ doch irgendwie anders machen. Da erscheinen auf einmal Elektro-Sounds und langsam gesprochene/ leidend klingende Worte, die dem Sound urplötzlich ein ganz andere Atmosphäre verleihen, ähnlich „Drown in Ashes“ vom neuen CELTIC FROST-Album. In dem Stil geht es auch anschließend bei „Burning in my own Dream of Life“ weiter. Schleppend mit düsteren Gitarren-Effekten und einem fast progessiven Drum-Rhythmus wird einem hier die Perle des Albums vorgetragen. Dieser Song ist wirklich absolut top in Sachen düsterer, kranker und fieser Atmosphäre. Und in diesem Zusammenhang kommt auch der wütende und rasende Brutalo-Ausbruch zum Ende richtig cool. Mit dem Instrumental „Beton #2“ frönt man dann plötzlich dem Industrial-Black Metal. Stampfender Rhythmus, Drumcompi-Sound… Und zu guter Letzt haben die Italo-Norweger noch eine Überraschung für den Hörer bereit. Denn nach dem düster-atmosphärischen Keys-Outro findet man noch einen Hidden-Track. What the Hell… E-Bass-Drum, Synthie-Sounds, Keys-Melodie? Da präsentieren einem die Jungs dann doch glatt ein astreines Elektro-Pop-Instrumental…

Tja, da kann man wirklich nur überrascht sein. Denn was sich augenscheinlich als primitives Schwarzkittel-Vollbrett vorstellt, entpuppt sich zu einem wahren Fest der experimentellen Extrem Metal-Kunst. Abgefahren… wirklich abgefahren…

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