Band Filter

Request did not return a valid result

VALIANCE - Wayfaring

VN:F [1.9.22_1171]
Artist VALIANCE
Title Wayfaring
Homepage VALIANCE
Label BLACK LOTUS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
1.0/10 (1 Bewertungen)

Ein Blitz durchzuckt den pechschwarzen Himmel und Sturmböen reissen den kleinen Korb von einer Seite zur anderen. VALIANCE haben sich, ganz ihrem Namen entsprechend, edelmütig von allen Vereinnahmungen in Sachen Image, Konzept oder Stil distanziert, doch haben sie dabei so viel Ballast über Bord geworfen, dass ihr Ballon zwar nicht abstürzt, doch leider, andersherum, ein wenig ziellos durch Feld und Wiese trudelt.

Dabei haben die sechs Italiener die Expedition gut vorbereitet. Im Gepäck befinden sich einige starke Songs und fast zehn Jahre Erfahrung, in denen ihrem neusten, „Wayfaring“ betitelten Unterfangen, drei Demos und das 2000er Debütalbum „The unglorious Conspiracy“ vorangingen. Diese Erfahrung spiegelt sich vor allem in der Kompaktheit der Kompositionen wider, die es niemals nötig haben, unnötig auszuufern und in einigen, sehr schönen Gitarrensoli, die wunderbar unverkrampft und melodisch inspiriert daherkommen. Instrumentale Einlagen und progressive Parts entfernen die Tracks nie zu sehr von ihrer ursprünglichen Ausrichtung und in den besten Momenten scheint sich die Musik fast von selbst zu spielen, zum Beispiel in der Coda des überragenden „Recall“, bei dem die elektrifizierte Endlosschleife unmerklich in eine akustische übergeblendet wird oder bei dem exakt auf den Punkt gebrachten Opener „The less beaten path“. Und dennoch gilt für eine solche Truppe der alte Sportlerspruch, nach dem eine Mannschaft immer nur so gut ist wie ihr schwächstes Mitglied und das ist in diesem Fall Keyboarder Ciro Esposito, der eine unangenehme Vorliebe für quietschige Orgelsounds, schlechte Streicher und die knallenden Orchester-Hits der 80’er Jahre pflegt, welche auch schon einige der klassischen Stock/Aitken/Waterman Aufnahmen „veredelten“. Und so sehr sich die Band um eine Balance zwischen mathematisch anspruchsvoller Rhythmik und stringentem Songwriting bemüht, führt dies doch zu häufig nur zu einem kraftlosen Kompromiss.

Auf dem Cover haben sie es ja eigentlich schon ganz richtig dargestellt: VALIANCE stehen an einer Wegesgablung, die Entscheidung drängt. Vielleicht gibt die abschliessende, mediteran-angehauchte Ballade „Valiant day“ einen Hinweis auf die einzuschlagende Richtung: Den Keyboarder über Bord und stattdessen eine stärkere Erdung in ihren lokalen Wurzeln. Die sollten kräftig genug sein, um sie durch den schlimmsten Sturm zu tragen.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu VALIANCE