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VAN CANTO - A Storm To Come

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Artist VAN CANTO
Title A Storm To Come
Homepage VAN CANTO
Label GUN RECORDS/ SONYBMG
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

Metal ohne Gitarren, ohne Bass??? Nur mit Stimmen und Schlagzeug soll hier die Keule geschwungen werden? Geht nicht… meint Ihr? Dann fahrt Euch lieber mal ganz flux das abgepfiffenste Metal-Ding ever ein: VAN CANTO! Bei APOCALYPTICA haben damals auch alle geschmunzelt, als die mit ihren Celli bewaffnet auftauchten. Seht, was aus denen in kürzester Zeit geworden ist. Und genau das prophezeie ich mal den Herren plus Dame von VAN CANTO! Ein anderer Ansatz, aber genauso abgedreht und faszinierend, wie bei den Finnen.

Dabei existiert die Scheibe schon exakt ein Jahr, das scheint irgendwie bisher an den Meisten vorbeigelaufen zu sein, obwohl man im Laufe des letzten Jahres auf etlichen Open-Airs zockte (u.a. Dong und Rock Harz). Nun kommt das Unikat noch mal via Gun Records auf den Markt und mit der Promo im Rücken kommt keiner mehr davon. Einmal gehört, biste sofort infiziert. Passend supportete man auch just NIGHTWISH und dürfte dort eine große Masse an neuen Fans gefunden haben. Dabei stützt man sich nicht auf Coverversionen, sondern auf Eigengewächse. Sicherlich ist dabei die langjährige Erfahrung aller Mitglieder in konventionellen Metalbands enorm hilfreich. Die Arrangements bieten absolut null Anlass zur Kritik. Lediglich „Battery“ covert man zum Schluss der Scheibe, womit man eine Vergleichsmöglichkeit bietet zwischen A-Capella-Metal und kompletter Instrumentierung. Und dem Vergleich können VAN CANTO locker stand halten! Thrash Metal-Riffs kann man nicht singen meint ihr? LISTEN TO THIS and Bang that Head that doesn’t Bang!!!

Doch beginnen wir auch bei diesem Juwel ganz vorne: Gestartet wird die Abfahrt mit einer anderthalbminütigen Version des Titeltracks aus „Ronja Räubertochter“, „Stora Rövardansen“, als Quasi-Intro sozusagen, welches nahtlos in das MANOWAR-artige „King“ übergeht. Rasend schnelle Doublebass mit zig überlappenden Stimmen jeglicher Coleur und fertig ist der Hit, bei dem alle Hörer wahlweise die Fäuste recken und mitbrüllen oder die Matte schütteln müssen! Und ob ihrs glaubt, oder nicht: JA, das funktioniert phänomenal ohne Saiteninstrumente! Und für einen Chorus, wie er in dem Videoclip-Track „The Mission“ dargeboten wird, würden etliche Metalkapellen töten. Selbst beim öchtzigsten Durchlauf werdet ihr noch Stimmen entdecken, die ihr vorher nicht gehört habt. Das gilt für das ganze Album! Mit dem speedigen Klopfer „Lifetime“ weist man etliche Power Metaller in die Schranken…und das nicht nur gesanglich! Interessant wäre ja mal, eine solche Granate vollinstrumentiert zu hören. Aber das machen ja schon wahrlich unzählige andere und würde den Kompositionen die Einzigartigkeit rauben. „Rain“ lässt es dem Titel entsprechend etwas entspannter angehen und Inga Scharf steht mit ihrer feinen Stimme mehr im Vordergrund. Damit könnte sie im Übrigen ohne Probleme auch jede Gothic Metal-Kapelle fronten. Mit „She’s Alive“ ziehen VAN CANTO die Speedschraube wieder um einiges an, nicht umsonst steht auf der Homepage was von NIGHTWISH. Fans von eben jenen können hier blind zugreifen. Faszinierend, welche Atmosphäre die Herren in dem balladesken „I Stand Alone“ allein mit ihren diversen Stimmen aufbauen können, bevor Inga mit Leadvocals einsteigt. Nach diesem Ausflug in romantischere Gefilde geht es mit dem letzten Eigengewächs „Starlight“ wieder energischer zur Sache. Dessen Speedpassagen (auch Rakkatakka-Vocals genannt, eine Bandkreation, weil eben jenes Wort als „Rhythmus-Riff“ gesungen wird) bereiten auf den famosen Rausschmeißer (und Highlight für jeden Metalhead, der bis jetzt noch nicht geplättet ist) „Battery“ vor. Schon das gesumm-/ brummte Intro verursacht die gleiche Gänsehaut wie das Original! Wie das speedige Riffing hier nur mit Stimmen erzeugt wird, kann man kaum nachvollziehen, aber wie die Soli „gesungen“ worden sind, kann man gar nicht mehr greifen…DAS muss man glaub ich mal live gesehen haben, um es zu verstehen. Ganz nebenbei liegt Hauptsänger Stefan Schmidt mit seinen Lead-Vocals verdammt nah am Originalen Hetfield!

Wer’s bis hier noch nicht gerafft hat: Das ist die INNOVATIVSTE Metal-Scheibe seit der ersten APOCALYPTICA! Also seit einer Dekade! Damit werden sie im August Wacken auf den Kopf stellen. Und da gibt’s für Metalheads jeglicher Stilrichtung nur eins: ab zum nächsten Dealer und KAUFEN!

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