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VAN MORRISON - Duets: Re-Working The Catalogue

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Artist VAN MORRISON
Title Duets: Re-Working The Catalogue
Label RCA
Leserbewertung
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9.5/10 (2 Bewertungen)

VAN MORRISON wird in diesem Jahr 70. Andere sind in diesem Alter längst im Ruhestand; der Vollblutmusiker, der 1964 mit der Band THEM und „It’s All Over Now, Baby Blue“ einen seiner ersten Hits hatte und spätestens mit „Brown Eyed Girl“ auch als Solo-Künstler im Music-Biz groß rauskam, hat stattdessen seine 35. Studio-Platte aufgenommen und dafür jede Menge Kollegen eingeladen. So liest sich die Tracklist von „Duets: Re-Working The Catalogue” dann auch wie die VIP-Liste einer hochkarätigen Musik-Veranstaltung, aber wer würde schon Nein sagen, wenn VAN MORRISON, einer der einflussreichsten Musiker der vergangenen 50 Jahre, ins Studio bittet?

Statt mit Hits und Klassiker auf Nummer Sicher zu gehen, hat Mr. Morrison jedoch nach eher unbekannten Stücken seines umfangreichen, etwa 350 Lieder umfassenden Repertoires gesucht bzw. die Wünsche seiner Gesangspartner aufgegriffen, die jetzt allesamt als Duett neu interpretiert wurden. Im Einzelnen sind dies:

1. Some Peace of Mind (BOBBY WOMACK)
2. If I Ever Needed Someone (MAVIS STAPLES)
3. Higher Than The World (GEORGE BENSON)
4. Honey (JOSS STONE)
5. Whatever Happened To P.J. Proby (P.J. PROBY)
6. Carrying A Torch (CLARE TEAL)
7. The Eternal Kansas City (GREAGIRY PORTER)
8. Streets of Arklow (MICK HUCKNALL)
9. These Are The Dogs (NATALIE COLE)
10. Get On With The Show (GEORGIE FAME)
11. Rough God Goes Riding (SHANA MORRISON)
12. Fire In The Belly (STEVE WINWOOD)
13. Born To Sing (CHRIS FARLOW)
14. Irish Heartbeat (MARK KNOPFLER)
15. Real Real Gone (MICHAEL BUBLÉ)
16. How Can A Poor Boy? (TAJ MAHAL)

Besondere Erwähnung soll an dieser Stelle die groovende Zusammenarbeit mit BOBBY WOMACK erfahren, der leider kurz nach den Aufnahmen zu „Some Peace of Mind” verstarb. Außerdem gibt es mit „Rough God Goes Riding“ auf dem Silberling ein wirklich zu Herzen gehendes Country-Duett mit Tochter SHANA MORRISON, die zweifellos das Talent ihres Vaters geerbt hat. Den „Irish Heartbeat“ teilt der gebürtige Belfaster mit dem Schotten MARK KNOPFLER, doch nicht nur alte Recken haben sich bei „Van The Man“ eingefunden. JOSS STONE zählt mit ihren bald 28 Lenzen zu den jungen Hüpfern, versteht es aber bestens, dem eindringlichen „Wild Honey“ die nötige Tiefe zu verleihen. Generationenübergreifend war auch das Joint Venture mit dem kanadischen Jazz-Sänger MICHAEL BUBLÉ, mit dem er den 1990er-Hit „Real Real Gone“ neu einspielte. Man mag Bublé als Sinatra-esken Interpreten des „Great American Songbook“ kennen, doch er selbst nennt auf Nachfrage oft und gerne „The Belfast Cowboy“ als einen seiner Haupteinflüsse. Seine Solo-Versionen von „Moondance“ und „Crazy“ zählen zu den besten VAN MORRISON-Interpretationen der vergangenen Jahre.

So verdeutlicht „Duets: Re-Working The Catalogue“ dann auch eindrucksvoll VAN MORRISONs einzigartige Position in der populären Musik. Gleichermaßen verehrt von Jazz-, Folk-, Rock- und Blues-Musikern, überraschte er seit seinem ersten Erscheinen in der britischen R&B-Szene immer wieder aufs Neue. Auch die aktuelle Langrille überzeugt mit ihrer Wandlungsfähigkeit und der Spielfreude ihrer Protagonisten. Die durften sich übrigens nicht darauf verlassen, „nur“ ihren Text zu singen, vielmehr wurde beispielsweise Jazz/R&B-Legende GEORGE BENSON für „Higher Than The Word“ geradezu an die Gitarre gedrängt. Geschadet hat’s dem Song natürlich nicht. Und selbstverständlich haben sich die Künstler auch gegenseitig zu Höchstleistungen angespornt. Nicht alles ist zudem im Studio entstanden, so wie die bluesige Schlussnummer „How Can’t A Poor Boy“, die gemeinsam mit der amerikanisch-karibischen Musiklegende TAJ MAHAL in einem Hotel in County Down aufgenommen wurde, wo VAN MORRISON gerne kleinere Konzerte gibt. In einer Epoche der vakuumverpackten, überproduzierten Musik verkörpert „Duets: Re-Working The Catalogue“ schlicht und ergreifend die klassischen, guten Werte aus Fleisch und Blut, die auch im Musikgeschäft hoffentlich nie ganz aus der Mode kommen.

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