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VENOM - Hell

VN:F [1.9.22_1171]
Artist VENOM
Title Hell
Homepage VENOM
Label SANCTUARY
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
4.8/10 (4 Bewertungen)

VENOM waren wichtig (für den Metal in den Achtzigern). VENOM haben zwei Klassiker im Gepäck („Welcome to hell“, „Black Metal“). VENOM haben quasi eine ganze Musikrichtung erfunden (Black Metal). VENOM haben mit „Hell“ einen neuen Tonträger veröffentlicht. VENOM hätten auf letzteres eigentlich besser verzichten können…

Der Opener „Straight to Hell“ beginnt mit einer jaulenden Gitarre, die das Hochschalten von Gängen simulieren soll… schon einmal eine ganz famose, noch nie da gewesene Idee. Und dann folgt der Griff zu den Ohrmuscheln: „Hatte ich vergessen, meine Ohrenstöpsel nach dem letzten Konzert zu entfernen?“. Die Bass-Drum springt einem förmlich ins Gesicht (holpert dabei aber nicht unwesentlich, wenngleich auch sehr charmant), während die Gitarren dumpf vor sich hinsägen. Da nimmt die gewollte, trashige (ohne „h“) Unterproduktion ja fast „St.Anger“ Ausmaße an… Ach ja: Das Riff und die Vocals stammen auch noch von Rudis Resterampe. Aber egal, solange es Spaß macht, aber der Spaß lässt auf sich warten. Ganz schlimm wird die Zitatekiste bei „The Power & The Glory“: MINISTRY in Reinkultur („Psalm 96“ lässt fröhlich grüßen), das Ganze verbunden mit Derb-Röchel-Gesang und Samples. Nicht gut. Der nächste Track „Hand of God“ klingt dann wahrlich nach MARILYN MANSON („Beautiful People“ in halbgut. Das geht? Ja, das geht!). „Fall from Grace“ kommt dann „Teufel sei Dank“ in eine bessere Fahrrinne und hat ganz nette „HopplaHopp-Drum-Parts“ und einen BLACK SABBATH-Gedenk-Break. Bei „Stab U in the back“ wird die Inkonsistenz der Produktion sehr deutlich, denn die Snare klingt auf einmal wie in Muttis Waschküche aufgenommen (dafür rockt der Song ganz ordentlich). Der beste Song, dieser doch reichlich ideenlosen Ansammlung von Riffs und Textfragmenten, ist wahrscheinlich „USA for Satan“. Natürlich grandiose Dumbo-Lyrics, dafür gute Solis und gelungene Thrash-Attitüde (aber ich dachte die US-Hymne als kaputtes Gitarren-Solo zu spielen, stünde mittlerweile unter Bewährungsstrafe…).

Das Ganze schreit mehr nach Rentenaufbesserung von Gründungsmitglied Chronos als nach einem notwendigen künstlerischen Ausbruch: zu zahnlos das Ganze, zu viele ausgelutschte Klischees (die richtig angewendet unzweifelhaft Spaß machen!), zu unausgegoren die Songideen, aber vielleicht muss das alles so sein und ich bin nur in ausgeprägter Nörgel-Laune. Neue Fans werden VENOM wohl nicht um sich scharen können, aber auch alte Recken sollten sich besser zweimal überlegen, ob sie dieses Werk wirklich brauchen. Es gibt Besseres da draußen! Nichtsdestotrotz gibt es die Scheibe auch noch als Deluxe-Edition und als Picture-Vinyl. Hell awaits…

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